Sprechen oder Nachsprechen?

András Siebold schäft gerne im Theater. Und will dann aber auf keinen Fall von hysterischen Schauspielern geweckt werden.

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Ich glaube nicht mehr an das Theater. Jedenfalls nicht in der Form, bei der sich eitle Nostalgiker an ihre sinkenden Theatermuseums-Schiffe klammern und laut schreien, weil keiner die Reparatur bezahlt. Da sitzen sie, die alten Männer aus der alten Zeit, und pinseln noch mal neue Farbe auf die Bretter, die sie eigentlich hätten erneuern müssen. Sie haben ihre wichtigste Lobby, das Publikum, verloren. Weil sie es jahrelang mit Klassikerinszenierungen eingeschläfert haben, bis nur noch Menschen zum Schlafen bei Klassikerinszenierungen ins Theater gingen.

Sie haben zwar das Schnarchen gehört und in Drama­turgiesitzungen versucht, Ideen zu entwickeln. Aber mit Konzerten und Popmusik die alten Leute aufzuwecken und die Jugend zu locken, hat dann doch nicht funktioniert. Das Feeling stimmte einfach nicht, und sie verwechselten Pop mit Populismus. Die Kids waren eh verloren, nachdem Theaterpädagogen die Schulen in «Kabale und Liebe» te­lefoniert hatten. Mit dem gleichen Eifer haben sie Migrantenstadl veranstaltet, Oper auf frech geschauspielt oder sonntags über harte Sachen wie Krieg und Hunger bei Kaffee und Kuchen diskutiert.

Aber je beliebiger ihre Projekte und Profile wurden, umso ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 12
von András Siebold

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