Konstanz/Singen: Jenische Archäologie

Gerhard Zahner «Die Reis’» (U)

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«Schiggele» ist ein Mädchen, und wer auf Deutsch lacht, «schmollt» auf Jenisch. «Mulo» ist Tod und Teufel in einem – Jenisch ist die Sprache von fahrendem Volk. Anleihen gibt’s aus dem Romanes, der Sprache von Sinti und Roma (das sind «Ma­nische» neben den «Jenischen»), auch Jiddisch, Deutsch und vieles mehr klingt mit, wenn Jenische sprechen.

Für den in Singen lebenden Autor Gerhard Zahner haben sie gesprochen: die An­gehörigen jener sozialen kulturellen Gruppe, die in der Schweiz den Status der ethnischen Minderheit besitzen und auch im südbadischen Hegau oft heimisch wurden – auf Zeit. Überall im Zentrum Europas aber sind Jenische unterwegs gewesen durch die Jahrhunderte; und wer in der Kindheit noch vom Scherenschleifer reden hörte, der immer mal wieder vorbei kam mit dem Wetzstein, um auch die Messer in Omas Haushalt zu schärfen, der hat womöglich einen Jenischen gekannt. 

Gut hunderttausend Jenische sollen in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet worden sein. Gerhard Zahner ist auch Anwalt und vertritt gelegentlich Jenische in Rechtsfragen; er wünscht sich einen Erinnerungsort. Die Scheffelhalle in Singen könnte einer sein oder werden – die alte Stadthalle, eher eine ...

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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Michael Laages

Vergriffen
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