Foto: Birgit Hupfeld

Konservativ und wendig

... hat Oliver Reese das Schauspiel Frankfurt auf Vordermann gebracht: mit Ensemblepflege, erfolgreicher Nachwuchsförderung, langsamer Wagnissteigerung und manchmal auf Kosten leiserer Töne

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Vor acht Jahren ist Oliver Reese angetreten, die Frankfurter zu lehren, ihr Theater wieder zu lieben. Seine Botschaft lautete: «Schauspieler! Theater!» Und so ließ er Porträts seines Ensembles in der ganzen Stadt plakatieren. Denn unter seiner streit- und denklustigen Vorgängerin Elisabeth Schweeger galt das Schauspiel Frankfurt als zu kompliziert und verkopft, und auch die Politik stand bei weitem nicht immer hinter ihrem Theater. Zu seinem Arbeitsantritt 2009 bemängelte der neue Intendant den fehlenden Rückhalt des Hauses in der Stadt.

Wie ist das heute, Herr Reese? «Ins Gegenteil verkehrt!», sagt der agile Theatermann, als wir uns zum Interview in seinem schlichten Büro treffen. «Unser Abonnentenstamm hat sich verdreifacht. Wir haben ein außergewöhnlich treues Publikum.» Indem Reese die Schauspieler*innen, ihre Virtuosität ins Zentrum seines Theaters rückte, machte er dem Frankfurter Publikum ein Identifikationsangebot, das es nicht ausschlug.

In seiner ersten Saison startete er mit einem umsichtigen, um nicht zu sagen vorsichtigen Programm: mit Klassikern im Großen Haus, das fortan Schauspielhaus hieß, und einer Prise zeitgenössischer Autoren in den Kammerspielen. Eröffnet ...

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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Bilanz, Seite 50
von Esther Boldt

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