Weit weg von Russland?
Nachdem vor kurzem die wichtigste liberale Zeitung «Népszabadság» eingestellt wurde und nach dem regimeaffinen Eigentümerwechsel bei mehreren Radio- und Fernsehsendern, gerät die Pressefreiheit – so auch dem Freedom House Report zufolge – in Ungarn in immer größere Gefahr. In den letzten Freiräumen, auf YouTube, Facebook und auf der Straße bei Demonstrationen werden radikale kritische Stimmen laut.
Die politische Kritik nahm Fahrt auf, nachdem es in Budapest gelungen war, ausreichend viele Stimmen für ein Referendum zu den Olympischen Spielen zu mobilisieren und die Regierung unter Druck zu setzen (organisiert von einer Bewegung, die sich jetzt als Partei formiert, Momentum). Premierminister Orban zog daraufhin die Olympia-Bewerbung zurück. Ein neues Hochschulgesetz, das mit dem Ziel erlassen wurde, die von George Soros gegründete Central Europe University zu schließen, was dem Gesetz den Namen Lex CEU einbrachte, sowie (in Anlehnung an die russische Gesetzgebung) die neuen Regeln zur Kontrolle von NGOs führten zu einer erneuten Welle von Demonstrationen und Protesten. Gleichzeitig initiierte die Regierung eine Kampagne namens «nationale Konsultationen» und manipulative ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: International, Seite 10
von Andrea Tompa
Als Tankred Dorst schon fast 90 Jahre alt war, 2014, sagte er ganz nebenbei Abschließendes zu jedem überflüssigen Streit über Schauspieltheater oder Performance: «Als ich anfing, Stücke zu schreiben, zu Beginn der 60er Jahre, waren die Grenzen der Darstellung viel enger. Wenn ich mich dagegen heute umschaue, dann sehe ich eine hohe Qualität in einem freien Umgang,...
Stücke sind out, Stückentwicklungen in – der Eindruck drängt sich beim Durchblättern der Spielpläne auch großer Schauspielhäuser seit Längerem auf, zumindest was die aktuelle Dramatik betrifft. Dabei wird oft unterschätzt, dass Selbermachen hier oft eines höheren zeitlichen Aufwands bedarf, den sich die Theater im engen Premierentakt dann doch nicht leisten wollen....
Wenn Kasimir heuzutage wählen könnte, würde er vermutlich AfD wählen. Gerade arbeitslos geworden inmitten einer Wirtschaftskrise, fressen sich Selbstmitleid, Hass und Neid in seine Gedanken. Die da oben, wir da unten. Und wenn Perspektive und Möglichkeiten fehlen, ist man natürlich nicht liberal drauf. Auch nicht in Stuttgart. Wo sich zu Beginn von Stefan Puchers...
