Konferenz
So sieht der Neuanfang wohl eher selten aus – der Neue wird zunächst mal aufs Kreuz gelegt, nach allen Regeln der Kampf-Kunst. Klaus Figge, dieser letzte Mohikaner in allen Techniken und Tricks des virtuellen und wirklichen «Kämpfens» auf der Bühne, hat Harald Wolff, den gerade frisch gekürten neuen Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft, mit festem Griff bei der Hand gepackt und auf die Bühnenbretter geschickt. So handfest begann die Abschluss-«Demonstration», mit der die Jahreskonferenz der Vereinigung auf der Ballhof-Bühne vom Schauspiel Hannover zu Ende ging.
Entspannter und amüsanter geht’s kaum. Schmerzhafter auch nicht.
Denn die angestellten Grüblerinnen und Grübler im Theaterbetrieb machten auf diese Weise eine Erfahrung, die sonst eher den Mitgliedern eines Ensembles vorbehalten bleibt: Was für erstaunlich alberne Positionen der eigene untrainierte Körper einnehmen kann auf der Bühne. Sinnigerweise hatte Figges furioses Finale auch noch sehr direkt mit dem Thema der Tagung zu tun: «Körper. Repräsentation. Interaktion. Differenz.» Denn tatsächlich hat die Grundausbildung durch den Kampftrainer auch von der Vorzeigbarkeit (der Repräsentation), der Interaktion (jeder ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Michael Laages
Gleich zwei kaum noch gespielte Stücke hat man da in Dortmund fast zeitgleich ausgegraben. Wie um seine unbedingte Distanz zu Brecht noch zu betonen, lässt Sascha Hawemann in «Furcht und Elend des Dritten Reiches» hinter einem distanzierten Vorhang im Dauerloop Brecht-Fotos und -Filme aus den 30er Jahren abspielen – eine pädagogische Entsorgung als Che Guevara...
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Das Schmelzen des Eises lehrt, dass die Zeit unterschiedlich schnell vergehen kann. Lange steht Stéphane Laimés Eiswand, die trotz an ihr befestigtem Kruzifix und Erste-Hilfe-Kasten an die Glasfront eines altrussischen Wintergartens erinnert, kaum verändert auf der Zürcher Pfauenbühne. Möglich, dass das ein oder andere Eisquadrat transparenter wird oder das...
