Klagetöne
Ihre Diagnose: Unsere Welt hat ziemlich viele Schwachstellen. Oder direkter: Unsere Gesellschaft ist krank. Ihre entsprechende Allegorie: ein Fanfaren-Quartett am Königshof. Noëlle Haeseling hat mit «Fanfaren!» ein neues Stück geschrieben, das daherkommt wie ein lustiges Kammerspiel, nur um dann doch die großen Bögen zu schlagen. Arbeitsethos, Routine, Machtgefälle, Ausbeutung, Depression und Missbrauch. Das alles und mehr sind ihre Themen.
Die 1996 geborene Autorin selbst bezeichnet «Fanfaren!» als »royales Lustspiel über die Arbeit, den Sinn unseres Daseins und die Naturtrompete». Und eben das ist die Bandbreite: von der Naturtrompete zum Sinn des Lebens. Ein großes Stück Arbeit auf nur 49 Seiten.
Aber von vorn: Wir befinden uns im Königshaus, die Fanfaren warten darauf, ihren «Morgensegen» zum Frühstück zu spielen. Nur, der König kommt nicht. Unerwartet und ungewohnt gibt es Zeit für die Fanfaren, sich zu unterhalten. Zeit, sich kennenzulernen. Zeit, von sich zu sprechen. Im Studio am Oberhausener Theater hat Re -gisseur Andreas Widenka ein gediegenes Setting mit Störfaktoren eingerichtet. Die mit Kerzenleuchtern, Käseplatten, Saftflaschen und Törtchen-Etageren reichlich ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Sarah Heppekausen
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