Kitzelnde Körperlosigkeit

Der Pariser Theaterwinter zwischen Molière-Hommage und Instagram-Performance

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Höhere Ehren gibt es nicht. Zum Geburtstag erhält Molière eine Briefmarke: Seit dem 17. Januar kann man in Frankreich seine Post mit Molières Porträt bekleben; süffisant im Dreiviertelprofil begutachtet er eine Szene aus dem «Eingebildeten Kranken». Am 15. Januar (wahrscheinlich) wäre der Theaterunternehmer, Schauspieler, schon zu Lebzeiten meistübersetzte und im In- und Ausland nach wie vor meistgespielte Franzose 400 Jahre alt geworden. 

Großer Bahnhof also für den komödiantischen Nationaldichter.

Landauf, landab steht Molière auf den Affichen, und auch die Comédie-Française steht natürlich nicht zurück, das Nationaltheater, das historisch aus Molières Schauspieltruppe hervorgegangen ist und bis heute das einzige mit einem festen Ensemble geblieben ist. Sie nennt sich denn auch stolz und marketingbewusst «la Maison de Molière», Molières Haus, und ihn selbst in weißer alter Vätertradition den «Patron». Intendant Eric Ruff richtet dem Übervater bis Juli eine Saison Molière aus, in der sich anhand seiner Stücke, auch wenig aufgeführter, Molière à fond kennen lernen lässt, wenn auch nicht unbedingt in den aufregendsten Neuinterpretationen. 

Vielversprechend lässt sich im Juni eine ...

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Theater heute März 2022
Rubrik: International, Seite 30
von Andreas Klaeui

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