Keule gegen Keule
Frau Luckerniddle war nicht zu übersehen. Die stets leicht vorgebeugte Pavianpose, mit der sie ihr Hinterteil in die Luft bohrte, dazu das schwarz geschminkte Gesicht, an dessen Rändern die helle Haut der Schauspielerin Isabelle Menke zu sehen war, die Afroperücke, Ethnoklamotten, der starke französische Akzent: Anscheinend wurde hier ziemlich brachial eine boshafte Kolonialfantasie performt.
Dennoch schenkte ich Frau Luckerniddle nicht allzu viel Aufmerksamkeit.
Zum einen wimmelte Sebastian Baumgartens zum Berliner Theatertreffen geladene Inszenierung von Brechts «Heiliger Johanna der Schlachthöfe» nur so von Figuren, die auf politisch unkorrekte Weise, nämlich im grell überzeichnenden Volksbühnenstil, ihre Position in der globalen Ökonomie zum Ausdruck brachten. Zum anderen blickte ich aus der Komfortzone der von diversen Inszenierungsmethoden imprägnierten, alteuropäischen Kritkerin auf das Theater: Mir schien Baumgartens Amerika- und Kapitalismuskritik, derzufolge die Armen immer arm bleiben, die Reichen immer reicher werden und sogar einen Präsident Obama vor ihren Karren spannen können, eher etwas kurz gegriffen.
Als ich erfuhr, dass die AktivistInnen von Bühnenwatch in ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 43
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A
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