Existenz im Augenblick
Meine Damen und Herren, guten Morgen.
Zuallererst möchte ich mich bei Peter von Becker, Peter Böhme und Torsten Maß dafür bedanken, dass sie der Meinung waren, ich könne etwas auf der Bühne beurteilen. Und wie Dante Virgil möchte ich den Herren für ihre kenntnisreiche Begleitung und liebevolle Betreuung danken, auch wenn wir nicht gemeinsam durch Hölle, Fegefeuer und Paradies gegangen sind. Dank auch an Thomas Oberender, einfach so.
Dann möchte ich Ihnen ein paar Sorgen nehmen, die Sie im Zusammenhang mit meiner Lobrede eventuell beschleichen.
Ich werde nichts sagen zur Auswahl des Theatertreffens, der Sinnhaftigkeit der Veranstaltung, der Sinnhaftigkeit von Preisen für Künstler, dem Zustand des deutschsprachigen Sprechtheaters und seiner Protagonisten im Allgemeinen, der Relevanz des Theaters in der Gesellschaft.
Außerdem werde ich nicht versuchen, originell zu sein, das sind Sie alle selbst.
Anmerkung an die Ewigkeit
Wobei zu einem Thema eine Anmerkung nötig scheint. Es gibt in den letzten Jahren – auch während dieser Veranstaltung konnte man das vor einigen Tagen ausführlich hören – Beiträge verdienstvoller älterer Künstler, die um den Fortbestand des deutschen Theaters ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 150
von Thomas Thieme
Es war ’ne doofe Idee. So ’ne typische Journalisten-Idee. Jetzt stapft Sandra Hüller mit energischen Schritten, die Silhouette schwankt leicht von links nach rechts, auf den Max-Joseph-Platz zu. Da, wo die Münchner Maximilianstraße ihren Anfang nimmt. Die weltberühmte Modemeile.
Wir sind zum Bummeln verabredet. Und zum Reden. Bummeln – natürlich ein Witz. Es ist...
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein...
Jedem der Stücke von Elfriede Jelinek geht ein fassbarer Schreibanlass voraus. Das ist nicht erst offenkundig, seit sie diesen das eine oder andere Mal auch einfach drüber schreibt und Sekundärdramen verfasst wie «Abraumhalde» (zu Lessings «Nathan der Weise»), «FaustIn and Out» (zu Goethes «Faust») oder «Rein Gold» (zu Wagners «Ring des Nibelungen»). Meist aber...
