Am Rand des Schnellbahnbereichs
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen Ganzen. Wie soll das ein Theater besetzen, wie so ein Stück stemmen?
Philipp Weiss scheint das nicht zu interessieren; er bleibt überhaupt zum klassischen Theaterbetrieb gern auf Distanz.
Sprache ist für den gebürtigen Wiener, im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute, nicht das Primat in seinen Theaterentwürfen. Philipp Weiss hat schon einige Auszeichnungen erhalten, tauchte beim Bachmannpreis oder dem Retzhofer Dramapreis und gelegentlich im Rahmen von AutorInnenförderprogrammen auf. Nur der große Durchbruch ließ auf sich warten, außer in Auszügen sind seine drei bisher erschienenen Stücke nicht gespielt worden. Unzeitgemäß, zu unüblich scheinen seine Texte, die mehr als einen flüchtigen Blick brauchen, um lieb gewonnen zu werden: Keinen Sprachakrobaten, sondern einen politischen Autor gilt es zu entdecken.
Eigentlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 188
von Andreas Beck
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