Kein Autopilot. Nirgends
In einer Rezension des deutschen Musikfilms «Ich war noch niemals in New York» las ich: «Man sollte sich bei Musicals nicht an der Triftigkeit von Handlungen aufhalten.» Ob es einen Kritiker in New York gibt, der so eine These wagen würde? Ich war im Herbst eine Woche in New York, um mir Musicals anzuschauen. Vom Schauspiel und der Schauspielausbildung kommend, versuche ich seit einigen Jahren mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich Musical/Show der Universität der Künste Berlin, den singenden, tanzenden Schauspieler auszubilden.
Mich interessiert, wie sich das Genre derzeit entwickelt und ob das, was in New York zu sehen ist, auch etwas mit dem zu tun hat, was wir versuchen, unseren Studentinnen und Studenten zu vermitteln.
Als ich Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal dort war, war die Gegend um die 42nd Street eine der verruchtesten der Stadt. Und an den verwaisten Theatern hingen schwarze Lettern von Jenny Holzer. «LAUGH HARD AT THE ABSURDLY EVIL». Das Böse ist vertrieben, und Heerscharen von Touristen sind inzwischen unterwegs. Die Broadway Theater sind voll. Was nicht richtig gut läuft, wird schnell abgesetzt. «The Cher Show» oder «King Kong», vor wenigen Monaten ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Musical, Seite 4
von Mathias Noack
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Am letzten Abend ihres vierwöchigen Versuchs, die Welt handelnd neu zu denken, öffneten Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler von apparatus noch einmal die Pforten des Heizhauses in den Berliner Uferstudios. Kein reiner Zufall, dass sich das Projekt «Ferment:Mutterkorn» gerade hier ereignete, wo früher fossile Energie erzeugt wurde. Jetzt ging es um nachhaltigere...
Sie haben Scheiße gebaut, und sie wissen es. Ohne bösen Willen, aber dennoch. Lesley (Mona Vojacek Koper), Inga (Charlotte Puder) und Tom (André Hinderlich) sind Mitarbeiter eines US- Kulturmagazins in Deutschland und warten auf den erlösenden Anruf aus New York. Das Vergehen ist das gezeichnete Cover ihres aktuellen Heftes, auf dem eine nackte schwarze Frau zu...
