Kaleidoskop der Geschichten
Gerhild Steinbuch ist erst 24 und längst entdeckt, sie hat den Retzhofer Literaturpreis für Gegenwartsdramatik in Graz, den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin gewonnen, war zu den Werkstatttagen ans Burgtheater Wien und an die Summer School des Royal Court eingeladen. Jetzt hat sie für den Regisseur Roger Vontobel und das Schauspielhaus Graz in einer Koproduktion mit dem steirischen herbst ihr viertes Stück geschrieben. Und wüsste man nicht, dass sie so jung ist, würde man es ihren Stücken nicht anmerken. Ihre Stücke sind alles andere als erste Schreibversuche.
Gerhild Steinbuch schreibt sprachgewaltige poetische Welten über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ihre Menschen reden miteinander, doch verstehen sich nicht. Sie begegnen sich physisch, doch metaphysisch verfehlen sie sich.
In «verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft» kämpfen sechs Menschen um ihren Platz in der Welt. Hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit zum eigenen Glück und der Unmöglichkeit, es zu leben, hinterfragen sie die Gültigkeit von Systemen, von Moral und Menschlichkeit. Da gibt es Lara und ihren Bruder Oed, zwei Waisenkinder wie aus einer anderen Welt, die nichts außer sich selber haben. ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 172
von Sandra Küpper
Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann. Sie hatte ewig warten müssen, im...
Zum dritten Mal schon wird Katrin Brack Bühnenbildnerin des Jahres.
Ihr Ein-Material-Konzept hat bereits etliche stückspezifische Metamorphosen durchlaufen: Zuletzt hat Brack Molière mit Luftschlangen beschossen und Kleist in den Regen gestellt. Luk Perceval, Dimiter Gotscheff und Samuel Finzi loben und preisen die Künstlerin im Gespräch.
Während die Bühnenbilder...
Magst du für das Jahrbuch darüber schreiben, warum das Thalia Theater so toll ist?» Ein Super-Auftrag, den mir Franz Wille so en passant am Telefon mit auf den Weg gibt. Und ich bin auch noch so blöd, zuzusagen! Aber er wird Recht haben, mir wird ungeheuer vieles einfallen, schließlich bin ich wirklich gerne an diesem Theater. Was also könnte ich schreiben, ohne...
