Wo die Würste wässriger werden
Der ganz «normale» Wahnsinn einer deutschen (Klein?)Stadt. Es geht rau zu in dieser kleinen Welt am Rande, im Grau der Hochhäuser. Es geht um Materielles, um Sehnsüchte und um ein Leben, das im Grunde keiner lebt. «Wie ist es hier?» – «Normal.» – «Ziemlich dunkel.» Die Gewissheit der Vergeblichkeit. Das Warten auf etwas Entscheidendes. Nichts geht weiter. Es muss aber weiter, muss immer vorwärts gehen. «Rückwärts geht es ja nicht. Das ist es doch… Seit 20 Jahren nie rückwärts. Grauenerregende Angst… Ein Auto ohne Rückwärtsgang? Niemals. Unverkäuflich. Aber wir.
Bitte sehr. Nur vorwärts. Wenn man immer nur vorwärts fährt, kommt aber irgendwann zwangsläufig eine Wand. Bremsen geht auch nicht. Ich weiß das… Keine Bremse… Kein Rückwärtsgang. Man kann nicht mal rechts ranfahren. Eingebauter Totalschaden.»
Das sagt Paul Krone, Hauptfigur und Gebieter über die kleine Welt seines gar nicht so unbedeutenden Autohauses. Er liegt im Sterben. Mit ihm stirbt der letzte Ast eines kurzen Traumes vom ewigen Wirtschaftswachstum und Wirtschaftswunder der 60er bis 80er Jahre. Ein Traum auch davon, dass jeder etwas schaffen, es zu etwas bringen könne. Krone war noch einer, der nach den Sternen ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 147
von Jens Groß
Wie soll man erklären, warum das Hamburger Thalia Theater, nachdem es schon das Berliner Theatertreffen dominierte, schon wieder Theater des Jahres wurde? Am besten zerbricht man sich nicht weiter den Kopf, sondern fragt die Macher selbst: die Schauspieler Judith Hofmann und Helmut Mooshammer, die Chefdramaturgin Sonja Anders und Regisseur Andreas Kriegenburg. –...
Das Stück des Jahres ist ein Kuriosum: Man kennt Elfriede Jelineks «Ulrike Maria Stuart» aus bisher drei Inszenierungen in Hamburg, München und Hannover, die jeweils nur einen Bruchteil des 120-Seiten-Textes benutzten. Das Werk selbst ist nicht veröffentlicht. Deshalb
fasst der Dramaturg Tilman Raabke zusammen, worum es geht – als Schauspiel-Führer.
Nachwuchsaut...
Die Steuerquellen sprudeln wieder, und der Finanzminister ist kein armer Mann mehr. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, im Kulturbereich wieder umzusteuern. Nach über zehn Jahren des Sparens, Konsolidierens, Deckelns und Effizienzsteigerns besteht an den Öffentlichen Bühnen mehr als Nachholbedarf.
Eine Reportage von Franz Wille über das Quotendenken an den...
