Junge Spunde, junge Hunde

Das Züricher Theater Neumarkt startet mit Barbara Weber und Rafael Sanchez in eine neue Epoche des Jung- und Wildseins

Theater heute - Logo

Den zarten Jahrgang 1975 haben sie beide, sie nennen sich «Jungspunde aus der Provinz». Barbara Weber kommt aus dem Toggenburg, Rafael Sanchez aus Basel, beide haben in den letzten Jahren viel inszeniert, in der Schweiz, in Deutschland, wurden gefeiert, sind manchmal gescheitert und manchmal sicher auch gescheiter geworden.

Jetzt sind sie also die zwei bezaubernd jungen, vor den Vorstellungen im Foyer immer sehr aufgeregten Chefs des zweitwichtigsten Zürcher Theaters, verwalten ein Jahresbudget von 5,5 Millionen Franken, bewirtschaften wie bisher zwei Spielstätten mitten in der Zürcher Altstadt, das eigentliche Haus am Neumarkt mit circa 160 Plätzen und den kleinen Raum an der benachbarten Chorgasse, der nicht mehr als 40 Zuschauer fasst.

Ihr neues Ensemble besteht aus vier Deutschen, zwei Österreichern und zwei Schweizern. Yvon Jansen, die schon unter Marthaler am Zürcher Schauspielhaus arbeitete, ist endlich wieder da, die fantastische Alicia Aumüller wurde frisch von der Zürcher Schauspielschule weg angestellt, Sebastian Rudolph, auch er ein altgeliebter Habitué in Zürich, war schon in zwei Produktionen als Gast zu sehen, die gelernte Goldschmiedin Rahel Hubacher, die eben erst ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2009
Rubrik: Start, Seite 30
von Simone Meier

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sammlerin guter Eigenschaften

Irgendwas stimmt nicht. Warum hat Katharina Schubert so kurze Haare? Es ist das einzige, was nicht passt. In ihrem neuen Film «Ob ihr wollt oder nicht», der im April ins Kino kommt, spielt Katharina Schubert eine krebskranke junge Frau. Sie ließ die Haare nicht freiwillig, im Gegenteil, doch Widerstand war zwecklos. Und plötzlich stimmte es doch: «Es war morgens...

Gegenkritik

EINFÜHRUNG: – im folgendem eine gegenkritik zu meinem stück: EINER_VON_UNS dass ich am 5.11.2008 am THALIA THEATER uraufgeführt habe – bei der form die ich gewählt habe handelt es sich um einen HIP-HOP-BEEF – FRAGE: WAS IST EIN BEEF? – BEEF bedeutet im hip hop jargon – US AMERIKANISCH: STREIT – dabei handelt es sich um eine ausschließlich verbale (!)...

Das Unspielbare wagen

Nur eine halbe Stunde im ICE liegt zwischen Ingolstadt und Nürnberg. Und doch auch Welten. Das kann man im Theater entdecken: An beiden Bühnen wird derzeit die «Orestie» von Aischylos gespielt, jeweils alle drei Teile und jeweils strich-scheu abendfüllend. Beide Theater greifen auf Peter Steins Übersetzung zurück, jagen den vielköpfigen Chor wie...