Junge aus dem Revier
Irgendwann läuft er dann immer wieder ins Bild. Vor Jahren war der Mann sehr nachhaltig aufgefallen: als grandioser Bühnen-Klon des Komikers Helge Schneider in dessen Bochumer Schauspielhaus-Arbeit.
Neulich war der Mann zwar zunächst wieder Clown, als schriller Moskauer Fremdenführer und manches mehr in Burghart Klaußners Beatles-Revue «Marigold», dann aber gar kein Komiker mehr, sondern nur ein richtig schlimmer Finger – da gibt es doch diesen wirklich ausnehmend widerwärtigen neuen Lover von Tochter Nummer 3, der jüngsten und gedankenlosesten unter den Mädeln des mächtigen Mama-Monsters in Tracy Letts’ Erfolgsdrama «Eine Familie»; der findet den ganzen Familienkram eigentlich eher zum Kotzen und die geschäftlichen Handy-Anrufe zwischendurch auch allemal wichtiger als Big Mamas alkohol- und tablettendurchseuchtes Gesabber und Geseier, und wenn es Nacht wird und seine Muschi noch nicht mit ihm ins Bett gehen will, vielleicht, weil sie sich zum ersten Mal Gedanken macht über die an sich selbst und den vielen Lebenslügen kaputtgehende Mutter, lädt er ersatzweise die halbwüchsige Hippie-Tochter der Schwägerin zu einer Portion Gras ein und wäre (wenn sie mitmacht) sicher auch einer kleinen Fummelei unter Verwandten nicht abgeneigt … ...
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Es ist natürlich eine sehr griffige Formulierung, zu behaupten, dass die Demokratie durch Demokratisierung zerstört wird oder, um es etwas genauer zu formulieren: Mehr Demokratie im quantitativen Sinne bedeute noch keine verbesserte Demokratie. Aber gehen wir erst einmal den Gedanken mit, dass unsere Demokratie durch mehr Demokratisierung bedroht ist.
Unsere...
«Alles, was eine große Wirkung getan hat, kann eigentlich nicht mehr beurteilt werden.» Das hat Goethe zu Kanzler von Müller gesagt. Ein Beispiel dafür ist, was «der Schlegel-Tieck» genannt wird. Generationen haben den Doppelnamen aus dem väterlichen Bücherschrank buchstabiert. Aber der große deutsche Shakespeare-Übersetzer hieß August Wilhelm Schlegel.
Schlegel...
Für einen war die bisherige Spielzeit schon mal ergiebig: Bertolt Brecht. Sein Lehrstück in Sachen Spekulation und Menschenliebe, die «Heilige Johanna der Schlachthöfe», avancierte zum Krisengewinnler der schon nicht mehr ganz frischen Saison – und steht diesen Monat wieder in der Regie von Frank Abt auf dem Spielplan des Jungen Theaters in Göttingen. Das Hamburger...
