Joker mit Schwarzem Peter
Der Mohr hat seine Schuldigkeit längst noch nicht getan. «Ich bin nicht, was ich bin!», sagt Shakespeares schwarzer Mann. Die Frage, die das Ich im Innersten zerreißt, scheint so zeitlos akut zu sein, dass die Theater sich ihr programmatisch widmen. Das Düsseldorfer Schauspielhaus etwa startet mit dem Motto und dem Drama Ende September in seine neue Intendanz, gleich nebenan beginnt das Schauspiel Essen zuvor die Saison ebenfalls mit «Othello».
Schon jetzt hat das Theater Bonn den «Schwarzen Peter» gezogen und ihn mit einer taschenspielertrickreichen Aufführung zum Joker gemacht, indem es Neil LaButes «Wie es so läuft» als deutschsprachige Erstaufführung zeigt. Eine raffinierte Othello-Variation, deren drei Personen in gebührend historischem und ironischem Abstand den Mohren von Venedig, Desdemona und Jago zum Vorbild haben. Überhaupt ein sehr cleveres Stück, in dem sich die bekannten Klischees spiegeln, die über Schwarz und Weiß in den Vereinigten Staaten kursieren – von Malcolm X über Mapplethorpes Nudes bis zu O. J. Simpson, Prince und Michael Jackson.
Der Original-Titel «This is how it goes» ist einem Song von Aimee Mann aus ihrem Album «Lost in Space» entliehen, womit die ...
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