Projekt Weltverbesserung?
Das Haus ist groß und leer, ein white cube aus Rigips mit Satteldach. So gemütlich sehen die Mannschaftszelte von innen aus, die von der Bundeswehr in Katastrophengebieten zur Erstversorgung aufgestellt werden. Nun sprengt die Notunterkunft beinahe die geräumige Bühne des Hamburger Schauspielhauses, und trotz ordentlicher Belegung bleibt noch viel Platz für Neuzugänge. Man kommt von der Seite und aus der ersten Reihe ins «Nachtasyl» 2006. Vor der Revolution ist nach der Revolution: Dafür plädiert Jürgen Gosch mit Maxim Gorki.
Aber bevor die soziale Frage einen 100-Jahres-Sprung wagt, steht im Thalia ein historischer Rettungsversuch auf dem Programm: die gute alte Revolution und ihre kommunistische Praxis.
Sartres «Die schmutzigen Hände» führen tief in den Keller der erledigten Fragen des letzten Jahrhunderts. Darf man für die bessere Zukunft oder auch nur das Wohl der Partei einen Menschen umbringen – und sei er ein verabscheuungswürdiger Abweichler? Und was macht der aufrechte Revolutionär, der für seinen Mord ins Gefängnis gewandert ist, wenn sich nach der Entlassung die Parteilinie geändert hat? Da kann man schon ins Grübeln geraten über Politik und Moral und Verantwortung und ...
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So ein Theater sucht auf der Welt seinesgleichen. Die Bühne befindet sich auf 2.700 Metern Seehöhe, die Zuschauer schützen sich mit dicken Anoraks vor der kalten Bergluft, und die Kulissen sind Dreitausender: Auf dem Rettenbachgletscher über Sölden im Tiroler Ötztal inszeniert der Salzburger Choreograf Hubert Lepka seit fünf Jahren hochalpine Theaterspektakel. 2001...
Das Grauen hat viele Gesichter, und es hat viele Geschichten. Einige der wichtigsten hat Edgar Allen Poe aufgeschrieben. Er ist der Meister des subtilen Schreckens, der den Leser aus dem Hinterhalt mit Gänsehaut und undefinierbarem Unwohlsein überfällt. Ein Sprachkünstler, der in seinen kurzen Erzählungen so beiläufig wie beunruhigend kleine menschliche...
Zuerst ist immer die Kunst. Kritik ist sekundär. Weshalb sich Kritik in erster Linie an der Kunst schult und nicht umgekehrt. Und weshalb die Neigung der Kritik immer eine Frage der ersten großen Liebe und die Perspektive eines Kritikers unbedingt immer auch eine Generationenfrage ist. Anders kann es gar nicht sein. Man wächst mit einer bestimmten Ästhetik auf,...
