Jenseits von letzten Tabus

Die dritte Ausgabe von «Adelante!», dem ibero-amerikanischen Theaterfestival in Heidelberg, bekräftigt seinen nachhaltigen Erfolg

Theater heute - Logo

Im Alltag kleiner Dinge lauert hier manchmal das Abenteuer. Und das Theater steht mittendrin: in der Heidelberger Altstadt. Gleich nebenan ziehen Legionen von Touristen vorbei, vom Bismarckplatz herauf durch die Hauptstraße, an der Uni vorbei und am «Güldenen Schaf», hin zur Heiliggeistkirche; und die Sprachen aus der Fremde mischen sich mit den fremden Sprachen, die hier auf Zeit zu Hause sind: als Studierende. Wer wirklich Lust hat auf Multikulturalität jenseits der ermüdenden Metropolen, der kommt an Heidelberg nicht vorbei.

Und hier hat das Theater zum dritten Mal den funkelnden, schillernden Schwerpunkt gesetzt: mit «Adelante!», dem Theaterfestival, das Gastspiele aus dem ibero-amerikanischen Sprachen-Raum versammelt, also aus Latein- und Südamerika sowie von der iberischen Halbinsel.

Seit der Premiere 2017 hat sich «Adelante!» durchgesetzt und auch die Pandemie überlebt. Getragen wird es von einer Woge aus kulturellem Interesse überall in der Stadt, nicht nur in den «Communities»; die jüngste Ausgabe war erfolgreich wie nie – kaum eine der Vorstellungen auf der großen und den kleineren Bühnen des Heidelberger Theaters, die nicht ausverkauft gewesen wäre.

Das reisende ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2024
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Michael Laages

Weitere Beiträge
Nicht ganz ernst

Brechts Notizbuch wird in der nun erschienenen Suhrkamp-Edition auf eine Weise aufbereitet, die keine Wünsche gegenwärtiger Editionsphilologie und -praxis offen lässt: Die einzelnen Seiten der kleinen schwarzen Notizbüchlein, in denen erotische Gedichte, Zoten und erste Überlegungen zum «Fatzer» neben aussagekräftigen To-do-Listen, Adressen und kryptischen Zahlen...

Riskante Auseinandersetzungen

«Geboren bin ich in einem Grab, in einer Wiege werde ich sterben. Nun bin ich Merlin geworden, das allwissende alte Kind. Ein Entertainer, Zauberer, Erzähler. Verehrtes Publikum, lass mich dir meine Geschichte vom Sterben erzählen, damit ich nicht sterbe.» (Tankred Dorst, «Der Schauspieler und der Tod»)

Nun ist auch Ursula Ehler-Dorst am 26. Februar 2024 im Alter...

Petersburger Hängung

Die Hölle, das ist die Gemäldegalerie. Zumindest, wenn sie so kuratiert ist wie die, die Nadin Schumacher in die neu eröffnete Kleinbühne «Werkstatt» in der Thalia-Nebenspielstätte Gaußstraße gebaut hat: Einige Bilder sind beschmiert oder zerrissen, an einer Stelle hängt nur ein leerer Rahmen, ein weiterer Rahmen ist beschädigt, vor allem aber passt nichts...