Jenseits der Betroffenheit
Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert zucken.
Schon eine Prostituierte am Telefon zur Dienstleistung zu überreden, gestaltet sich für ihn als unmögliches Unterfangen.
Sein attraktiver Bruder Claude, mit dem er zusammenlebt, hat andere Probleme: Er ist trotz Diplom arbeitslos, fühlt sich gesellschaftlich blockiert und als Opfer geburtenstarker Jahrgänge. Der optimistische Pragmatismus seiner neuen Freundin Charlotte, die in einer Werbeagentur arbeitet, geht Claude bald auf den Wecker, doch Mathieu gefällt die Neue seines Bruders um so mehr. Als Charlotte bei den Brüdern einzieht, beginnt er um sie zu werben, und damit Claude sie nicht vor die Tür setzt, schlägt Mathieu seinem chronisch blanken Bruder vor, ihm sechs Monate die Miete zu bezahlen, wenn dieser ihr noch zwei Monate seine Liebe vorgaukelt. Diese Zeit will Mathieu nutzen, um Charlotte von sich zu ...
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Nehmen wir mal Jennifer Lopez: Die macht so semi-okaye Musik und total schlechte Filme. Oder Madonna: genialgöttliche Musik und pervers schlechte Filme. Aber weil Jennifer Lopez und Madonna im Popgeschäft zu Hause sind und dieses von respektlosen und überhaupt nicht masochistisch veranlagten jungen Menschen bestimmt wird, geht sich auch fast niemand ihre Filme...
Norwegen ist das ideale Land zum Schreiben: Die Dunkelheit, die Einsamkeit und die überwältigende Natur schaffen für Dramatiker inspirierende Bedingungen – denkt man. Auf jeden Fall funktionierte es für Henrik Ibsen 1850 und das nächste Mal 1995 für Jon Fosse, ganz im Sinne des selbstironischen Mythos der Norweger, dass in ihrem Land nur für einen Dramatiker zur...
Marthaler steht für viele Zürcher noch immer fürs Unterhosentheater. Sein baldiger Nachfolger Matthias Hartmann muss am Schauspielhaus Bochum davon gehört haben. Denn unlängst glaubte er sich mit der Zürcher Form des «Unterhosenjournalismus» konfrontiert, wie er einem Reporter auf Recherche wenig zärtlich anvertraute.
Die in Bochum als anrüchig eingestufte Causa...
