Je ne sais quoi

Matthias Lilienthal will Institutionen und freie Produzenten partout in einen Topf werfen. Was dabei herauskommt, hat in München bisher noch wenig Eigengeschmack

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Zu zeigen, dass es nicht mehr relevant ist, unter welcher Produktionsstruktur ein Abend entsteht – frei oder am Stadt­theater –, ist eins der erklärten Etappenziele, die Matthias Lilienthal sich für seine Amtszeit an den Münchner Kammerspielen vorgenommen hat. Inhaltlich und ästhetisch ist es sicher so, dass es da längst keine Bastionen mehr einzureißen gibt. Im Gegenteil, man hat den Eindruck, es kann den Institutionen gar nicht schnell genug gehen, die neuesten Trends und Namen aufzugreifen und einzusaugen.

Dankenswerterweise hat sich auch die Gastspielfrequenz an den Kammerspielen stark erhöht, sodass man in München nun nicht mehr zwei Jahre auf das nächste Spielart- oder Dance-Festival warten muss, um neue Arbeiten von Chris Kondek, Jérôme Bel oder auch mal noch Unbekannteren zu sehen – so weit ganz klar ein Gewinn.

Aber was bedeutet es, wenn Künstler, die sich bewusst eigene Organisationsformen geschaffen haben, in Zukunft überwiegend als Spielplanpositionen großer Häuser auftauchen? Lässt sich jede künstlerische Vorgehensweise beliebig in die Struktur eines Ensemblebetriebs einbetten? Wer ist der Stärkere bei diesem Deal, wer profitiert? Und überhaupt, was spricht eigentlich ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen

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