Familien- und Gesellschaftsmuster

Simon Stone schreibt am Hamburger Schauspielhaus «Peer Gynt» um, Tiit Ojaaso und Ene-Liis Semper choreografieren am Thalia Theater George Bernard Shaws «Pygmalion»

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Peer Gynt», steht auf der ersten Umschlagseite des Programmhefts, «Oder die Unmöglichkeit, Peer Gynt zu sein» auf der zweiten. «Oder wie Henrik Ibsen 1879 anfing, unglaublich tolle Frauenrollen zu schreiben», folgt auf der dritten. Schließlich ein vierter Titel-Anlauf: «Oder die Erlaubnis für Frauen, total auszurasten». In ungefähr diesen Gedankenschritten dürfte sich Simon Stones Abkehr von Henrik Ibsens «absolut typischem Männerstück» (Stone über Gynt) vollzogen haben.

Und tatsächlich steht in der Fassung, die der australische Regisseur vom «nordischen Faust» erstellt hat, so gut wie kein Wort von Ibsen mehr.

Stattdessen stellt Stone das Stück am Hamburger Schauspielhaus komplett auf den Kopf. Er erzählt es von hinten, das heißt, «Peer Gynt» setzt mit der Heimkehr nach langer Weltenfahrt ein. Außerdem ist Peer eine Frau, genauer gesagt, drei Frauengenerationen: Im ersten Akt tritt – ein Besetzungscoup – Angela Winkler als ehemalige Hippiebraut im eleganten Trenchcoat vor eine mit Neonröhren ins Bühnenschwarz skizzierte Hausfassade (Bühne Bob Cousins). Gut vierzig Jahre ist es her, seit sie Mann und Kind hier sitzenließ, um sich in einer Kommune irgendwo in Norditalien selbst zu ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Eva Behrendt

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