Familien- und Gesellschaftsmuster
Peer Gynt», steht auf der ersten Umschlagseite des Programmhefts, «Oder die Unmöglichkeit, Peer Gynt zu sein» auf der zweiten. «Oder wie Henrik Ibsen 1879 anfing, unglaublich tolle Frauenrollen zu schreiben», folgt auf der dritten. Schließlich ein vierter Titel-Anlauf: «Oder die Erlaubnis für Frauen, total auszurasten». In ungefähr diesen Gedankenschritten dürfte sich Simon Stones Abkehr von Henrik Ibsens «absolut typischem Männerstück» (Stone über Gynt) vollzogen haben.
Und tatsächlich steht in der Fassung, die der australische Regisseur vom «nordischen Faust» erstellt hat, so gut wie kein Wort von Ibsen mehr.
Stattdessen stellt Stone das Stück am Hamburger Schauspielhaus komplett auf den Kopf. Er erzählt es von hinten, das heißt, «Peer Gynt» setzt mit der Heimkehr nach langer Weltenfahrt ein. Außerdem ist Peer eine Frau, genauer gesagt, drei Frauengenerationen: Im ersten Akt tritt – ein Besetzungscoup – Angela Winkler als ehemalige Hippiebraut im eleganten Trenchcoat vor eine mit Neonröhren ins Bühnenschwarz skizzierte Hausfassade (Bühne Bob Cousins). Gut vierzig Jahre ist es her, seit sie Mann und Kind hier sitzenließ, um sich in einer Kommune irgendwo in Norditalien selbst zu ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Eva Behrendt
Aachen, Grenzlandtheater
29. Didion, Das Jahr magischen Denkens
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
8. Gorki, Wassa Schelesnowa
R. Ewa Teilmans
12. Mezger, Als ich einmal tot war und Martin L. Gore mich nicht besuchen kam
R. Stefan Rogge
27. Price, Die Radikalisierung Bradley Mannings
R. Dominik Günther
Aalen, Theater der Stadt
28. nach Nibelungen, Hilde & Hilde
R. Jasmin Schädler
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Tanzplattformen sind immer auch Stimmungsbarometer der Tanzszene. Sie liefern Querschnitte durch die Zeit und umreißen so den Stand der Dinge. Betrachtet man die jüngste Ausgabe der Tanzplattform Deutschland, die nach zwanzig Jahren erneut in Frankfurt am Main stattfand, will der Tanz vor allem wieder eins: sich der Welt zuwenden und Lösungsvorschläge für...
Wenn das Ende naht, schlagen die Emotionen hoch. Auf dem «Schiff der Träume», während am imaginären Horizont ein Panzerkreuzer der Österreicher aufzieht und – es ist 1914 – die Herausgabe serbischer Schiffsbrüchiger fordert, halten die Passagiere Trauerfeier für eine verehrte Opernsängerin: «Kyrie eleison», «Herr erbarme dich», tönt es aus einem Herzen, zu einem...
