It’s a match!
Theater ist – bestenfalls – eine Kunst, Journalismus ein Informationssystem. Wie kommen beide zusammen? Kay Voges hat «Theater und Journalismus» zum Schwerpunkt seiner ersten Spielzeit in Köln gemacht. Die ersten vier Produktionen unter diesem Label zeigen, welche unterschiedlichen Mischungsverhältnisse die zwei Bestandteile eingehen können.
Noch vor dem eigentlichen Beginn der Spielzeit gab es das «Nachspiel zu Geheimplan gegen Deutschland», ein Solo des Schauspielers Andreas Beck, das die juristischen Folgen der Enthüllungsrecherche des Correctiv-Kollektivs aufarbeitete. Ein gekonnt schlichter Vortrag mit den publikumswirksamen Beigaben von dramaturgischem Spannungsbogen, subjektiver Perspektive und dokumentarischen Bildprojektionen. Das Ziel der reduzierten Kunstmittel war das journalistische: Beitrag zu einer aktuellen Debatte. Das gelang. Prompt wurde in der «FAZ» die Frage gestellt: «Ob ein von der politisch ja divers denkenden Bürgerschaft finanziertes Stadttheater wirklich zum Kollaborator einer dezidiert linksaktiven Plattform werden sollte?» Dabei ist Correctiv ein gemeinnütziges Medienhaus u.a. von der Brost-Stiftung finanziert, und die ist allenfalls durch ihren ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Gerhard Preußer
Traumtänzerisch bewegt sich der nackte Simon Werdelis über die Bühne. Es ist fast schon ein Naturereignis, wie er mit seiner expressiven Körperlichkeit naiv kokett den Rest der ebenso männlichen Besetzung um den Fingern wickelt. Daniela Löffners Dresdener «Lulu»-Inszenierung von 2023 öffnete für Werdelis noch einmal neue Seiten seines Spiels, auch weil die...
In meinem Hotel in Wuzhen sind nicht nur an den Aufzügen, sondern manchmal auch irgendwo entlang der Korridore junge Menschen positioniert, die den Hotelgästen bei Bedarf den Weg weisen. Das mag überfürsorglich klingen, wird aber durchaus in Anspruch genommen – auch von mir. In dem gigantischen Resort-Hotel mit seinen vier Türmen und unzähligen Querverbindungen...
Ein junger Mann steht vorne vor der Rampe des Weimarer Nationaltheaters, läuft an ihr entlang, wirft einen prüfenden Blick in den Zuschauerraum, als müsse er sich vergewissern, dass sich das Unterfangen lohnt. Ein Blick auf den neuen Ort, wo jetzt das Wesentliche, das Theater passieren soll. Der Startsequenz von Thomas Manns «Felix Krull» wohnt viel Anfang inne....
