Is the party over?

Theater kann gelassener, unabhängiger, beweglicher, grundsätzlicher werden

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Wie oft ist das schon gedacht und gesagt worden, dass wir an einem Wendepunkt stehen, dass es so nicht weitergehen wird oder weitergehen kann. Und wie oft ist es dann anders gekommen. Als Nancy Pelosi auf dem Höhepunkt der letzten Finanzkrise den Bankern und der gesamten Welt verkündete, dass die Party der gigantischen Gewinnspiele der Finanzindustrie nun endgültig vorbei sei, hätte man es fast glauben können.

Mehr als zehn Jahre später wissen wir es besser: Die globale Ungleichheit wächst, und wenn eine Pandemie kommt, ziehen sich die Reichen der Welt auf ihre Yachten oder nach Neuseeland zurück. Sollte das diesmal anders sein? Wenn die Masken und das social distancing in den nächsten Monaten fallen sollten – geht dann nicht alles weiter wie bisher? Ist es das, was die meisten von uns wollen? Oliver Reese kann dann die Stühle wieder ins BE einbauen lassen, wir werden ein paar Formate im Theater hinzubekommen haben, das gestreamte Theater ergänzt das analoge, die Säle füllen sich wieder – war es das?

Vielleicht ist es diesmal doch etwas anders. Finanz- und Klimakrisen kann man immer wieder ausblenden und aus dem Alltag heraushalten, wenn man irgendwo in der Mitte einer westlichen ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 42
von Jörg Bochow

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