Instagrammable
Schöne Dauerbrenner zur Winterzeit hat das Schauspiel Düsseldorf in dichter Folge auf den Spielplan gebracht: «Der Geizige» ist Molières neben dem «Tartuffe» meistgespieltes Stück über einen paranoid-narzisstischen Patriarchen, dem sein Geld sogar über die Liebe zu seinen Kindern geht. Eifrig wird im Programmheft dazu auf heutige Populisten und Manipulateure verwiesen.
Und auch die weibliche Selbstbefreiung von Ibsens «Nora» ist unermüdlich stadttheaterpräsent, auch wenn sie einerseits nicht mehr ganz auf Diskurshöhe ist – und andererseits von rückwärtsgerichteten Instagram-Idealen schwer konterkariert wird.
Mit Gegenwartsanspielungen hat sich Re -gisseurin Bernadette Sonnenbichler in ihrer Düsseldorfer «Geizigen»-Inszenierung dennoch zurückgehalten. Ganz zeitlos wirkt schon das atemberaubende Bühnengebilde von David Hohmann: eine Art Treppenhaus-Gerippe, das aussieht wie eine der unmöglichen Architekturen des Zeichners H.C. Escher: Treppenfluchten, die ins Nichts führen, Perspektiven, die sich jederzeit umstülpen lassen.
Genau im Zentrum, in einem goldenen Rahmen, erscheint der allmächtige Hausherr Har -pagon (Thomas Wittmann) mit theatralem Suspense als Schattenriss aus ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Dorothea Marcus
New York, 1975. Die verlassenen, verfallenden Docks am Ufer des Hudson River sind schwule Cruisingzone und üben auch auf Künstlerinnen und Künstler starke Anziehungskraft aus. Mazlum Nergiz hat die Gegend zum Schauplatz seines neuen Stücks «Am Fluss» gemacht. Die urbane Flusslandschaft macht es möglich, verschiedene Themen und Zeiten zusammenzubringen. Zitat: «Wenn...
Schauspieler können nicht stottern. Besser gesagt: Sie wissen nicht, wie man Stottern richtig spielt. «Typisch ist, dass sie nichts anderes machen, als Silben zu wiederholen», sagt Marianne Vlaschits. Ihr Stottern sei viel zu regelmäßig, es fehlten die langen, verstörenden Pausen. «Das Elementare am echten Stottern ist ja, dass der Rhythmus total zerstört wird.»
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Niemand weiß es so genau, aber es könnte das vorerst letzte Mal gewesen sein, dass das No Limits – Disability & Performing Arts Festival ein derart vielfältiges Programm präsentiert. Verantwortlich dafür sind die Berliner Kulturkürzungen, denen, so wie es derzeit aussieht, auch viele Projekte aus den Bereichen Inklusion und Diversität zum Opfer fallen. Diese...
