In Legitimationsnöten

Felix Krakau «Royals» (U) am Theater Bremen

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Sie feiern Galas und ihre Sprösslinge, sie tragen Designeranzüge, puderrosa Applikationen, schul -terfreie Kleider und lange silberne Handschuhe. Sie lassen Luftparaden abhalten, Gala-Empfänge ausrichten und die Pferde Pirouetten tanzen.

Sie grüßen vom Balkon, fahren in einer goldenen Kutsche vor, zeigen Würde und manchmal sogar – für einen guten Zweck – Mitgefühl: die Königlichen und die Adligen, die Thronfolger und die Prinzessinnen, kurz: die «Royals».

Während ihnen im Fernsehen längst die eine oder andere Serie gewidmet ist, bewohnen sie die Theaterbühnen vor allem als machtgierige Mörder vergangener Jahrhunderte. Zwar garantieren live übertragene Krönungen und Beerdigungen immer noch millionenstarke Einschaltquoten, doch gesellschaftspolitisch hat der Adel längst an Einfluss verloren. Er ist in so manche Legitimationsnöte geraten, streckt sich mühsam in den Spagat zwischen Tradition und Moderne, Muskelzerrungen inklusive.

In Bremen hat Felix Krakau mit seinem von ihm selbst uraufgeführten Stück «Royals» nun eine zeitgenössische Bestandsaufnahme versucht. Dort, auf der kleinen Bühne des Hauses, stellt sich eine (fiktive) Königsfamilie vor und aus. Selbstbewusst posiert sie in ...

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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Katrin Ullmann

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