Der eigene Vorteil
Es geht um Politik, Frauen und Macht. «Die Ministerin» heißt der Text, den Dirk Kurbjuweit verfasst hat. Nach Romanen, Sach- und Drehbüchern und natürlich etlichen Artikeln hat der noch amtsfrische Chefredakteur des «Spiegel» sein erstes Theaterstück vorgelegt. Als «bitterböses Lehrstück» wird es vom Schleswig-Holsteini -schen Landestheater angekündigt. Hier, an der Spielstätte Stadttheater Rendsburg, wurde es nun uraufgeführt. Mit einem Dutzend Spieler:innen, in der Regie von Moritz Nikolaus Koch. Der Regisseur, so kann man nachlesen, spielt in einer Punk-Band.
Mit Dennis Habermehl. Zum Glück. Denn Habermehl gibt in «Die Ministerin» nicht nur jenen Späti-Mann, den der böse Zweiklang aus Gentrifizierung und Mieterhöhung bedroht, sondern verantwortet auch mit seiner E-Gitarre die Bühnenmusik. Und damit alles Stimmungsvolle an diesem weitgehend vom Blatt gespielten Abend.
Schließlich machen Konferenzräume, Smart -phones und Drehstühle atmosphärisch nicht allzu viel her. Hier sind kalkulierte Macht- und Ränkespiele zuhause und gezielte Boshaftigkeiten. Darum geht es in Kurbjuweits Stück, genauer um zwei Politikerinnen, die um den Posten der Bundeskanzlerin konkurrieren. ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Katrin Ullmann
20.1./SAMSTAG
21.55, 3sat: The Seven Sins: Gauthier Dance
Mitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart im November 2022 Neid, Habsucht, Völlerei, Zorn, Wollust, Trägheit, Hochmut: Sieben Vergehen sind es, die im Katechismus als die nicht zu vergebenden Sünden gelten. Eric Gauthier ließ sie auf sieben verschiedene Arten tanzen, porträtiert von sieben verschiedenen...
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