Drei Akte
Jeden Abend werden die Freigelassenen in einer knallharten Inszenierung, die noch erbarmungsloser werden wird, plötzlich als Individuen sichtbar. Zwei Jeeps fahren – meistens mit Nerven zerreißender Verspätung – aus der Finsternis an karg beleuchtete öffentlich Pätze im Gaza-Streifen, wo ein wütender Mob sie erwartet. Auftritt der Chargen: die maskierten Bewaffneten der Hamas auf der einen, die etwas unbeholfenen Rot-Kreuz-Mitarbeiter:innen auf der anderen Seite, die immer noch nicht preisgeben, wer die Hauptfiguren des heutigen Inferno-Spektakels sein werden.
Die Bevölkerung an den Bildschirmen spekuliert, was die Medien ihr vorenthält, aus Angst, dass etwas schief gehen könnte. Dann werden die Jeep-Türen geöffnet und Menschen steigen aus, die Gesichter noch verwischt, Scheißaufnahmequalität, die Personen gehen behutsamen Schrittes zum anderen Jeep hinüber, steigen ein, wichtig ist hauptsächlich, ob ihre Zahl mit der versprochenen übereinstimmt, Mütter, Kinder bis 18 und ältere Frauen vorerst, wer zieht das große Los heute Abend? Die Bevölkerung muss lange auf die Katharsis warten. Schon ist der erste Akt vorbei.
Akt zwei, eine Grenzüberfahrt irgendwo, eine Straßenkurve mit einer ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Avishai Milstein
Theater heute Im Programmheft zur Essener Uraufführung von «Doktormutter Faust» sagen Sie den schönen Satz: «‹Faust› ist der Text, der mir in der Schulzeit das Lesen versaut hat.» Was war das Problem: die Knittelverse, der Plot?
Fatma Aydemir Ich glaube, das Furchtbare war das Unzugängliche daran und die trockene Aufbereitung im Unterricht. Ich wünsche mir, dass...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
27. Schmidt nach Dusse, Achtsam Morden
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ALTENBURG/GERA, THEATER
21. Kressin und Oldenstein, √My – Episode II: Finsternis unter der Kuppel
R. Manuel Kressin und Sophie Oldenstein
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD VON WINTERSTEIN THEATER (ETO)
13. Castro, Ab in den Schrank
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Wer ist Anna? Also Anna Sorokin oder Delvey – bei der Frage fängt’s ja schon an. Jene Anna jedenfalls, die sich als Millionenerbin ausgab und vor ein paar Jahren die New Yorker High Society aufmischte. Wie die junge Hochstaplerin Luxushotels, Banken, Freunde und Freundinnen um mindestens 275.000 US-Dollar betrog, war in einem von breitem Medieninteresse begleiteten...
