In homöopathischen Dosen
Theater heute Hortensia Völckers, Sie leiten die vor acht Jahren gegründete Bundeskulturstiftung und haben vor vier Jahren das Förderprogramm «Tanzplan» ins Leben gerufen. In welcher Situation ist der zeitgenössische Tanz heute? Wo liegen die Probleme?
Hortensia Völckers Das kann man nicht allgemein beantworten. Der Tanz spaltet sich in sehr verschiedene Lager, Interessen, Bedürfnisse. Eine Ballettcompagnie in München oder Stuttgart hat unter Umständen völlig andere Probleme als eine in Berlin, die freie Szene steht wieder ganz anders da, etc.
TH Aber alle beschweren sich gerne, dass sie im Dreisparten-System des Stadt- und Staatstheaterbetriebes immer am Katzentisch sitzen.
Völckers In einem normalen, mittleren Stadttheater will man die Sparte Tanz gerne haben, weil das gut läuft, stattet sie aber miserabel aus. Es gibt in der Regel keinen Dramaturgen, niemand, der die Pressearbeit macht, und der Leiter Tanz ist gleichzeitig der Choreograf, das heißt, er steht im Ballettsaal und probt die nächste Produktion. Er hat keine Zeit zum Verhandeln, oft kann er auch nicht deutsch sprechen. Tanz ist ja international, ein großer Vorteil in einer globalisierten Welt einerseits, ein großer ...
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Theater heute Februar 2010
Rubrik: Tanztheater, Seite 16
von Barbara Burckhardt, Franz Wille
Andreas Wilink Der Kölner Stadtrat hat einerseits den enorm teuren Neubau des Schauspielhauses beschlossen und droht andererseits mit Kürzungen des Etats. Wie löst sich und wie lösen Sie diesen Widerspruch auf?
Karin Beier Ich habe in den vergangenen Wochen öffentlich alles zur Zukunft des Kölner Schauspiels gesagt, was mir wesentlich erschien, und warte jetzt erst...
Das Leben ist bekanntlich ein langer, reichlich ruhiger Fluss. Damit hat sich jetzt sogar Sibylle Berg abgefunden. Nach ihrem die Zweisamkeit leicht resigniert preisenden Roman «Der Mann schläft» heißt die Bühnenversion «Nur nachts», in dem den Mittvierzigern Peter und Petra allerdings ein Geisterpaar den Heiratsplan auszutreiben versucht. Am Wiener Burgtheater...
Wer Manfred Meihöfer auf der Bühne erlebt hat, weiß, dass mit ihm ein zum Platzen pralles Energiebündel auftrat. Manchmal hatte man fast den Eindruck, als tobe während des Spielens in ihm eine Wut auf das Spielen selbst, als wollte er dieses «Als ob» in sich niederringen.
Vor ungefähr zehn Jahren spielte er am Berliner Gorki-Theater den Anton Meister in der Regie...
