Unheimliche Nähe
Im Foyer, das einem Wartesaal gleicht, herrscht das große Flüstern. Das Licht ist gedämpft, nur wenige Zuschauer sind vor Ort. Der Abend verspricht kein kollektives Erlebnis, denn jede Eintrittskarte hat eine eigene Anfangszeit.
Bernhard Mikeskas szenische Installation «Remake::Rosemarie» schickt das Publikum einzeln durch ein enges Raumlabyrinth mit niedrigen Decken, das Evi Wiedemann in einen Seitenteil der riesigen Halle des alten Bockenheimer Straßenbahndepots gebaut hat.
Per Funkkopfhörer wird man in und durch Zimmerchen gelotst, wo zumeist die gleichen 50er-Jahre-Möbel warten – ein kleines rotes Sofa, zwei Tische, eine Stehlampe, auf dem Boden ein schwarzer Läufer. Irgendwo steht eine große weiße Vase mit roten Dahlien, an der Wand hängen alte Uhren ohne Zeiger und Abreißkalender, die rückwärts laufen. Die Zeit ist nicht einfach stehen geblieben, sie läuft in einer Schleife. Deshalb kommt der Zuschauer immer wieder in das verkleinerte Wohnzimmer von Rosemarie Nitribitt, in dem die legendäre Edelprostituierte 1957 in Frankfurt ermordet wurde.
Allerdings ist Mikeskas interaktives Rätselspiel kein Dokumentartheater und auch keine Mythenaufarbeitung, sondern ein sinnlicher ...
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Die Vorgeschichte ging vermutlich so: Das Großherzogtum Gerolstein hätte mit seinen 150 Einwohnern ruhig leben können, plötzlich waren es aber 200, und die Lage wurde gefährlich. Ein Feind zeigte sich, der vermutlich in der Lage war, das Großreich mit 100 Mann zu umzingeln. Die versammelten Napoleons im Regierungsgebäude beschlossen Kampfhandlungen, man zog die...
«Entschuldigen Sie, ich habe Sie nicht gesehen», was für ein harmloser Satz. Giulia, in bewährter Sprödigkeit von Corinna Harfouch verkörpert, entschuldigt sich auf diese Weise bei einer älteren Frau dafür, dass sie ihr nicht gleich den Platz freigeräumt hat. Doch als Antwort bekommt sie etwas zu hören, dass diesem Satz gewissermaßen die Unschuld raubt. «Ich weiß...
So ein Tag in Potsdam kann schon etwas Behagliches haben. Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Park von Sanssouci betritt man das spätbarocke Schlosstheater im Neuen Palais. Die kleine Hofbühne Friedrichs des Großen wird vom Hans Otto Theater (HOT) traditionell für die delektablen Theatererlebnisse von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten angemietet. Und...
