Das Prekarikaturen-Kabinett

In der Schaubühne Berlin zelebriert Michael Thalheimer die virtuose Prekariatsdarstellung mit Gorkis «Nachtasyl»

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Verdammt lange her, aber so wurde Thomas Ostermeiers Intendanz an der Berliner Schaubühne mal eröffnet, damals, vor 15 Jahren, als vollmundige Manifeste von Antikapitalismus sprachen, von Aufklärung und Repolitisierung. Als Ostermeier das Charlottenburger Bürgertum verschrecken wollte mit dem Blick ganz nach unten, in den «Personenkreis 3.1» von Lars Norén. Da trafen sich auf dem Drogenumschlagplatz die Penner und Outcasts, Nutten und Fixer des letzten Jahrtausends, und die Bürger erschreckten sich kein bisschen vor dem Menschenzoo, sondern gingen achselzuckend vor der Zeit raus.

Ostermeier revidierte seine großen Worte gründlich in den folgenden Jahren und fuhr seine größten Erfolge mit eleganter bürgerlicher Selbstzerfleischung à la Ibsen, Lillian Hellman und, seit neuestem, Yasmina Reza ein, die ihm «Bella Figura» eigens auf die Bühne und Nina Hoss’ schönen Leib schrieb. «Bella Figura» wäre überhaupt eine hübsche Überschrift für die Schaubühne 15 Jahre nach dem Manifest und höchst erfolgreich in der Marktförmigkeit angekommen.

In der Abflussröhre

Und dann das: Drei Wochen nach der Reza-Premiere lädt die Schaubühne tatsächlich wieder ein zum Weg ganz nach unten; nicht vom Hausherrn ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Barbara Burckhardt

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dosenfleisch

könnte ich ihnen sagen, was es bedeutet, dann bestünde kein anlass, es zu tanzen
isadora duncan

die welt ist alles, was der unfall ist.
ludwig wittgenstein

denn die gestalt der welt zerfällt.
paulus



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beate
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der fernfahrer




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