Im Zeichen der lila Wolke
Das Programmbuch – ein Wälzer von 260 Seiten. Damit ist klar: Mancher wird da wirklich etwas finden, doch vieles bleibt bloß Deko, Füllsel fürs pralle Brimborium. Und wirklich: Das «Malta Festival» im nachbarlichen Posen – auf halber Strecke zwischen Berlin und Warschau – ist ein Riesenstadtfest; mehr als 200 Veranstaltungen in nur neun Tagen. Mit so ziemlich allem, was die performative Szene drauf hat.
Eine geballte Ladung Theater, Tanz, Film, Artistik, Bildende Kunst, Varieté, Kabarett, Musik, Konzert (Charlotte Gainsbourg) – drinnen im klassischen Guckkasten oder in Einkaufszentren, Zelten, Klubs und
natürlich draußen in Fußgängerzonen, auf Brücken und, und das vor allem, auf den vielen großen Plätzen der Stadt, deren kostbares historisches Zentrum deutlich für das steht, was wir mit altem Europa meinen.
Die Party brummt
Der Kontrast dazu im Straßentunnel: Michal Gorczynski mit seinen «Posener Notizen», einer Imitation der Geräusche über ihm auf dem Verkehrsknotenpunkt Rondo Kaponiera. Oder das polnische Duo Anna Czarnota & Mika Grochowska in einem still gelegten Stadion am Stadtrand, wo Posen nicht feines altes Europa, sondern wilder verwegener Osten ist zwischen ...
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