Im virtuellen Puppenhaus

Der zweite Teil der dg-Konferenz «Dig it all»

«Warte, ich mach dir die Tür auf.» – «Danke, soll ich die Granate werfen?» – «Ich bitte darum.» – (dumpfe Explosion, Rauch) – «Fantastisch!», selten hat man so höfliche Spezialkräfte gesehen. Es sind Max Czollek und Friedrich Kirschner, die da bis an die Zähne bewaffnet, plaudernd und irritierend professionell ein finsteres Anwesen nach militanten Neonazis durchkämmen.

Kirschner leitet den Studiengang «Spiel und Objekt» an der Hochschule Ernst Busch und moderiert im Team mit der Künstlerin und Autorin Sarah Fartuun Heinze sowie der Kulturund Medienpädagogin Christiane Schwinge die zweite Staffel der Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft (dg). Czollek ist einer von über 20 Gastspieler*innen.

Wer den Konferenz-Titel «Let’s Play» als Aufforderung zum Mitmachen verstanden hat, wird erst mal enttäuscht: «Let’s Play» ist schlicht der Fachbegriff für live kommentierte Computerspiel-Sessions – ein feuilletonistisch unterbelichtetes Genre. Hochleistungsgamer*innen ziehen damit auf youTube oder twitch.tv zehntausende von Fans in ihren Bann, jagen Monster in die Luft oder fahren Autorennen und fachsimpeln dabei. Taugt die Kombination aus Computerspiel und Talk als Konferenzformat? ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Cornelia Fiedler

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