Im Streuwinkel
Wer die Gegenwart verstehen will, muss ihre historischen Alpträume kennen. Lars von Triers Film «Europa» von 1991 will nicht historische Objektivität zeigen, sondern die Wahnbilder, die das europäische Bewusstsein bis heute verfolgen. So erfand er die Geschichte eines naiven amerikanischen Humanisten, der im Deutschland von 1945 in die Hände der Nazi-Guerillaorganisation «Werwolf» gerät. Als ziviler Schlafwagenschaffner will Leo Kessler Deutschland «etwas Freundlichkeit» zeigen. Und obwohl der Krieg vorbei ist, geht er damit auf eine Reise in die Katastrophe.
Die Rolle der «Werwölfe» wird überzeichnet, weil sie ein passendes Bild für die in Europa bis heute latente Angst vor einem Wiederaufleben des deutschen Faschismus bietet. In diesem Film gibt es keine Antifaschisten, nur machtstrategisch operierende US-Besatzungsoffiziere, opportunistische Deutsche, desorientierte Juden, verkappte Nazis – und einen entscheidungsunfähigen Helden, der wie hypnotisiert durch eine Welt taumelt, die er nicht versteht, und der schließlich mit einer Tat untergeht, die das genaue Gegenteil seiner ursprünglichen Absichten ist.
Magische Bilder, Wechsel von Schwarzweiß-Bildern und farbigen, Bildzitate ...
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In Bernd Stegemanns ausführlicher und höchst lesenswerter Rezension der Theatergeschichte Günther Rühles in TH 12.07 gibt es leider einen gravierenden Irrtum. Stegemann schreibt:
«Bis zum Eintreffen des Geldes von Goebbels und Konsorten waren die Theater überwiegend privatwirtschaftliche Unternehmen.»
Die Hauptmasse der Theater außerhalb Berlins bildeten...
Im Jahr 1968 veranstaltet eine Gruppe von Studenten einen Stafettenlauf vom Theodor-Heuss-Platz, dem Sitz der damals frisch gegründeten Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin, zum Rathaus Schöneberg. Mit einer roten Fahne in der Rechten reklamieren sie an Autos und Passanten vorbei hintereinander weg den Stadtraum. Inszeniert hatte diese Aktion der Filmer Gerd...
Der Theaterkritik geht es nicht wirklich gut. Das tut mir leid. Vielleicht ist sie überarbeitet? Oder überfordert? Bin ich vielleicht daran schuld? Vielleicht sollten wir sie ein wenig in Ruhe lassen, damit sie wieder zu sich kommt. Legen Sie also ganz behutsam dieses Heft weg. Weit weg. Lesen Sie nicht mehr weiter. Wenn Sie ein Abo haben, sollten Sie es vielleicht...
