Eine Bühne, zwei Romane
Damals, im Frühjahr 2001, zog sich Bert Neumanns Bühne, eine gereihte Ansammlung von Containern und Planken, entlang der Zuschauertribüne in der Zürcher Schiffbauhalle hin. Jetzt, für die Wiederaufnahme der Castorfschen Bearbeitung und Inszenierung von Alfred Döblins Roman «Berlin Alexanderplatz» in der Volksbühne, hat Neumann die lange Container- und Plankenzeile kreisrund auf der flott bewegten Drehbühne zusammengebogen.
Mit dieser Mobilisierung und Konzentrierung schafft Neumann die szenische Voraussetzung dafür, dass Frank Castorf nicht etwa eine matte Kopie der Zürcher Inszenierung hergestellt hat, sondern seine triftigste Arbeit seit Jahren.
Max Hopp als Biberkopf erschien mir in Zürich (TH 5.01) als das entscheidende Manko der Aufführung. Jetzt hat er sich in die Figur hineingearbeitet, in diesen Gelegenheits-Transportarbeiter Biberkopf. Der hat sein Mädchen in blinder Eifersucht umgebracht, jahrelang in Tegel eingesessen. Aus dem Knast kehrt er in die lärmende Stadt zurück, will sich bessern, handelt mit Zeitungen und verkauft fertig gebundene Patentschlipse. Zu diesem Zweck läuft Hopp durch die flachen Regenpfützen, über die Dachpappe auf der Vorbühne bis an die Rampe vor, ...
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Keine Ahnung, was «Schwellenangst» auf Französisch heißt. Es wird schon ein Wort dafür
geben. Aber was Angst vor der «S.» ist, das lässt sich beispielhaft ablesen an der im letzten Sommer erschienenen Saisonbroschüre, mit der Pascal Rambert, der neue Leiter des Théâtre de Gennevilliers, sein Zielpublikum umwirbt. Wobei es sich durchaus um eine prätendierte Angst...
Theater heuteHallo, hier ist Eva Behrendt von «Theater heute» …
Bernhard Schodrowski«Theater heute»! Ich warte seit drei Jahren darauf, dass Sie anrufen! Obwohl ich zugeben muss: Das letzte Mal, dass ich Ihre Zeitschrift gekauft habe, war, als das Interview mit Harald Schmidt drin war.
THIch bin schon gerührt, dass die Berliner Polizei überhaupt «Theater heute»...
Theater heuteWir wollen uns mit der Frage beschäftigen, ob und wie man tatsächlich «Theater gegen Rechts» machen kann. So nennt sich eine Aktion der Theater in Sachsen-Anhalt. Sie, Stefan Schnabel, haben als Dramaturg von Volker Löschs Dresdner «Woyzeck»-Inszenierung im Begleitbuch geschrieben, der Dresdner Bürgerchor solle «einen Bericht zur Lage der Nation...
