Im Norden viel Neues
Marode Theaterbauten sind ein kommunales Angstthema. Wie verlässlich sind die Kostenplanungen? In welchem Zeitrahmen sind Projekte durchführbar? Kommen angesichts der angespannten Lage auf den Märkten noch weitere unkalkulierbare Preissteigerungen hinzu? Die Angst vor solchen Risiken führt in vielen Städten zu kontroversen Diskussionen über Sanierung oder Neubau, aber auch zu völlig neuen Überlegungen.
Wollen wir überhaupt noch Gebäude haben, die tagsüber kaum genutzt werden und einem einzigen Zweck dienen? Haben wir in der Pandemie nicht gelernt, dass Theater auch im digitalen Raum stattfinden kann?
Zum Jahreswechsel läutete die Eröffnung des Münchner Volkstheaters (Baukosten 130 Mil -lionen Euro) und der dortigen Isarphilharmonie (Baukosten 40 Millionen Euro) mancherorts ein Umdenken ein. Denn siehe da: Kulturbauten können nach wie vor in überschaubarer Kostenrahmung und unter Einhaltung der Finanzierungspläne errichtet werden!
Medial bisher wenig beachtet, tritt jetzt ein wegweisendes Projekt im Norden ins Rampenlicht. Das Volkstheater Rostock, nach der Zerstörung des Theaters 1942 gemeinsam mit der Nord -deutschen Philharmonie in einem ständig erweiterten Provisorium ...
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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Karin Winkelsesser
Vögel zwitschern, Lichterketten glühen, Sekt und Häppchen werden gereicht. Im lauschigen Park am Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr hat sich das Publikum zur Freiluft-Eröffnung des Impulse-Theaterfestivals eingefunden. Und dann werden die Vogelstimmen lauter, kommen aus Lautsprechern auf der Wiese hinter der Rednerbühne, vermischen sich mit den echten aus dem...
Solche Einladungen bekommt man als Theaterkritikerin selten: «Liebe Frau Wahl, ich freue mich sehr, dass Sie daran interessiert sind, ein Interview mit mir zu machen. Ich habe aus Gründen, die sich mir nicht vollständig erschließen, große Lust dazu!», schrieb Svenja Liesau zurück, als ich sie um ein Gespräch für dieses Porträt bat. «Wenn Sie Lust haben» – so ging...
Da war wohl noch eine Rechnung offen. Regisseurin Karin Henkel nimmt sich schon zum zweiten Mal Bernhards «Auslöschung» vor, diesmal aber gründlich. Beim ersten Mal, Anfang 2019 im Hamburger Schauspielhaus, war der 600-Seiten-Roman von 1986 noch eingebettet in eine Textcollage mit den Stücken «Vor dem Ruhestand» und «Ritter Dene Voss». Jetzt, nur drei Jahre später...
