Im Norden viel Neues

Das Volkstheater Rostock soll nach 60 Jahren endlich ein neues Haus bekommen – und zwar ein ganz besonderes

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Marode Theaterbauten sind ein kommunales Angstthema. Wie verlässlich sind die Kostenplanungen? In welchem Zeitrahmen sind Projekte durchführbar? Kommen angesichts der angespannten Lage auf den Märkten noch weitere unkalkulierbare Preissteigerungen hinzu? Die Angst vor solchen Risiken führt in vielen Städten zu kontroversen Diskussionen über Sanierung oder Neubau, aber auch zu völlig neuen Überlegungen.

Wollen wir überhaupt noch Gebäude haben, die tagsüber kaum genutzt werden und einem einzigen Zweck dienen? Haben wir in der Pandemie nicht gelernt, dass Theater auch im digitalen Raum stattfinden kann? 

Zum Jahreswechsel läutete die Eröffnung des Münchner Volkstheaters (Baukosten 130 Mil -lionen Euro) und der dortigen Isarphilharmonie (Baukosten 40 Millionen Euro) mancherorts ein Umdenken ein. Denn siehe da: Kulturbauten können nach wie vor in überschaubarer Kostenrahmung und unter Einhaltung der Finanzierungspläne errichtet werden! 

Medial bisher wenig beachtet, tritt jetzt ein wegweisendes Projekt im Norden ins Rampenlicht. Das Volkstheater Rostock, nach der Zerstörung des Theaters 1942 gemeinsam mit der Nord -deutschen Philharmonie in einem ständig erweiterten Provisorium ...

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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Karin Winkelsesser

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