Im Kreidestaub
Das «Was bisher geschah» ist eine ästhetische Herausforderung im seriellen Erzählen. Natürlich kann man es sich einfach machen und das Publikum mittels Rückblenden und Off-Stimme auf Stand bringen. Oder man kann die Vorgeschichte künstlerisch in die aktuelle Folge integrieren. In «Antigone», dem Abschluss des Antikenprojekts «Anthropolis» von Karin Beier (Regie) und Roland Schimmelpfennig (Texte) am Hamburger Schauspielhaus, liegt diese Aufgabe bei Ute Hannig.
Die erklärt in der Rolle des königlichen Beraters Phylobasileus ihrem Chef Kreon die blutige Vorgeschichte, und während Kreon aufmerksam zuhört, erinnert sich das Publikum, was in den vorangegangenen Folgen zu sehen war.
Beschrieben wird die Geschichte der Stadt Theben: Kadmos ist auf der Suche nach seiner von Zeus entführten Schwester Europa, findet sie nicht, gründet aber die Stadt Theben (und somit die urbane Zivilisation), in der sich Herrscher Pentheus mit dem Gott Dionysos anlegt und grausam bestraft wird (Teil 1: «Prolog/Dionysos»). Später ist Kadmos’ Urenkel Laios zu sehen, der Iokaste heiratet (Folge 2: «Laios»), mit dieser den Ödipus zeugt (und leider etwas nachlässig aussetzt), welcher seinen Vater tötet und ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 5
von Falk Schreiber
Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger ist der studentische Hildesheimer Uni-Hintergrund durchaus noch anzumerken. Eine 60-Minuten-Performance aus einem Popsong, dem eigenen Fan-Sein abzuleiten, erinnert an eigene Unizeiten, in denen sich theoretische Überschüsse besonders hübsch an popkulturellen Phänomenen brechen ließen. Was damals die selfempowerte...
Das letzte Wort bekommt die Mutter. Was sie sich für ein Leben gewünscht hätte, wenn etwas anderes möglich gewesen wäre. Zur Schule gehen vielleicht, meint sie, vielleicht einen richtigen Beruf erlernen. Ärztin habe sie immer werden wollen. Aber das war nicht möglich für eine Frau, die mit vier Jahren, fünf Geschwistern und der Mutter aus Ostpreußen in ein Dorf bei...
Ein bisschen sieht es aus, als wäre ein Ufo mitten in der Stadt gelandet oder zumindest eine außerirdische Hüpfburg, die auch noch entfernte Ähnlichkeit mit dem Guggenheim-Museum in New York hat. Der aufblasbare Safe Space, den das Wiener Performance-Kollektiv God’s Entertainment anlässlich der 15. Ausgabe des Münchner Spielart-Festivals mitten auf den...
