Im Kreidestaub
Das «Was bisher geschah» ist eine ästhetische Herausforderung im seriellen Erzählen. Natürlich kann man es sich einfach machen und das Publikum mittels Rückblenden und Off-Stimme auf Stand bringen. Oder man kann die Vorgeschichte künstlerisch in die aktuelle Folge integrieren. In «Antigone», dem Abschluss des Antikenprojekts «Anthropolis» von Karin Beier (Regie) und Roland Schimmelpfennig (Texte) am Hamburger Schauspielhaus, liegt diese Aufgabe bei Ute Hannig.
Die erklärt in der Rolle des königlichen Beraters Phylobasileus ihrem Chef Kreon die blutige Vorgeschichte, und während Kreon aufmerksam zuhört, erinnert sich das Publikum, was in den vorangegangenen Folgen zu sehen war.
Beschrieben wird die Geschichte der Stadt Theben: Kadmos ist auf der Suche nach seiner von Zeus entführten Schwester Europa, findet sie nicht, gründet aber die Stadt Theben (und somit die urbane Zivilisation), in der sich Herrscher Pentheus mit dem Gott Dionysos anlegt und grausam bestraft wird (Teil 1: «Prolog/Dionysos»). Später ist Kadmos’ Urenkel Laios zu sehen, der Iokaste heiratet (Folge 2: «Laios»), mit dieser den Ödipus zeugt (und leider etwas nachlässig aussetzt), welcher seinen Vater tötet und ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 5
von Falk Schreiber
Zu den Hochrisikoeinsätzen der modernen Mutter zählt zweifellos der Erwerb von Outfits für die jugendliche Tochter. Zumal ohne deren Wissen und Placet. «Ein Kleid?», fragt daher Wendla ihre Mutter und streckt ein, zugegeben, mutig bedrucktes Stück Stoff in die Höhe. Soraya Bouabsa, Hauptdarstellerin in der Karlsruher Wedekind-Überschreibung «Spring Awakening»,...
Damaskus, Beirut, Istanbul, Cos, Athen, Sarajevo, Zagreb, Salzburg, München, Köln»: Adam Abbas, ein schlaksiger junger Lockenkopf, zählt mit rauer Stimme die Stationen seiner Flucht aus Syrien auf. «Mein Zwillingsbruder Jad und ich sind die Jüngsten. Wir sind alleine nach Deutschland geflohen», fährt er fort.
Dass Abbas über seine Flucht als 15-Jähriger nicht mehr...
Das Gespräch bezieht sich auf die Arbeit an dem Dossier zur Theaterarbeit in Ostdeutschland «Zukunft erproben» der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Therese Schmidt Sie leben und arbeiten in Görlitz, einer Grenzstadt im Osten Deutschlands. Nach dem Studium in Kassel sind Sie zurück nach Sachsen gegangen. War die Entscheidung, nach Görlitz zu ziehen, auch aus dem Gedanken...
