Die schlechtestmögliche Wendung

Sibylle Berg vermisst mit «GRM» und zuverlässigem Sarkasmus eine Welt nach dem Brexit

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Eine Erbauungsliteratin war Sibylle Berg ja noch nie. Aber gemessen an ihrem jüngsten Roman «GRM» – Untertitel: «Brainfuck» – nehmen sich ihre illusionsfrei vor sich hin sarkastelnden Theaterfiguren der letzten Jahre geradezu philanthropisch aus. 

«GRM» spielt in einem düsteren Großbritannien nach dem Brexit und ist auch ansonsten eine Art Gesellschaftsreport aus der allernächsten Zukunft.

Sei es die Künstliche Intelligenz, der Populismus oder der Kapitalismus im Allgemeinen, inklusive des ökonomischen wie mentalen Auseinanderdriftens der Spezies: Alles, was uns zurzeit so umtreibt, real und/oder medial, hat sich in «GRM» schon eine Umdrehung weitergeschraubt und selbstredend die schlech­testmögliche Wendung genommen. 

Die Einführung des «bedingungslosen Grundeinkommens» zum Beispiel, in dessen Folge zunächst seit langem mal wieder so etwas wie eine kleine Vitalitätszuckung durch die dezidiert unsozial abgehängten Sozialbausiedlungen geht, ist lediglich zynisches Mittel zum bösen Zweck: Mit den Daten, die die bedürftigen Bürgerinnen und Bürger den «Endgeräten» beim Registrierungsprozedere praktisch auf dem Silbertablett anvertrauen, navigieren sie sich endgültig ins ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 47
von Christine Wahl

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