Im horizontalen Prozess
Hallo», heißt es oft zu Beginn der Aufführungen des Regisseurs Christopher Rüping von der Bühne ins Publikum, und ein Gespräch wie auf Augenhöhe scheint im Hier und Jetzt anzuheben, welches das Publikum erst nach und nach als kunstvoll um es herum gewobenen, geschickt an es adressierten und seine Einbeziehung nicht nur suggerierenden, sondern sanft erzwingenden Monolog begreift.
Weil Rüping selbst abgeholt und mitge -nommen werden möchte vom und im Theater, baut er auch seine eigenen Inszenierungen offensiv einladend, Teilnahme und Teilhabe offerierend auf.
Und trachtet, im Anschluss an solcherart vergemeinschaftete Einstiegserfahrungen, den ganzen Abend über nach der Entwicklung und Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Schwingens und Wiegens und Wellens, vielleicht einer Art gemeinsamen Sounds. «Viel hat von Morgen an, seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.» Wenn man so will, beschreibt Hölderlin hier in «Friedensfeier» auch diese eher popkulturelle Praxis eines prozessualen und emphatischen, kollektiv entwicklungsfördernden und erkenntnisstiftenden Austauschs, aus dem eine symbiotische, vielleicht sogar unisonistische ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 37
von Matthias Pees
Zum Auftakt drei irritierende Erlebnisse: Nach einer Inszenierung der «Perser» in Epidauros 2020 fiel – erstens – der Regisseur Dimitris Lignadis im Applaus vor der in vorderer Reihe sitzenden Kulturministerin auf die Knie und küsste ein Miniatur-Modell des Parthenon. Die Inszenierung war in der Deutung des Textes so nationalistisch, dass sie Aischylos’Mah -nung...
In einer rabenschwarzen Nacht hämmert eine hochschwangere Frau an die Türen einer Klinik, die direkt aus der mörderischen US-Thriller-Serie «Ratched» stammen könnte: Wer hier landet, der ist in schlechten Händen. Man sucht Hilfe und findet bloß Sadismus. Sibylle Bergs Roman «Toto oder Vielen Dank für das Leben» (2012) berichtet maximal zynisch von der...
WWW.ARDMEDIATHEK.DE
bis Januar 2025, Ein Mann seiner Klasse
Fernsehfilm, Deutschland 2024, Regie Marc Brummund Nach dem autobiografischen Roman von Christian Baron erzählt der Film über seine von Armut und Ungleichheit geprägte Jugend in Kaiserslautern.
WWW.ARTE.TV
bis 2027., Ein Volksbürger. Politische Farce mit Fabian Hinrichs
Aufzeichnung der Inszenierung von...
