Im horizontalen Prozess

Im Gespräch bleiben: Der Regisseur Christopher Rüping und der Versuch, in Bewegung zu bleiben

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Hallo», heißt es oft zu Beginn der Aufführungen des Regisseurs Christopher Rüping von der Bühne ins Publikum, und ein Gespräch wie auf Augenhöhe scheint im Hier und Jetzt anzuheben, welches das Publikum erst nach und nach als kunstvoll um es herum gewobenen, geschickt an es adressierten und seine Einbeziehung nicht nur suggerierenden, sondern sanft erzwingenden Monolog begreift.

Weil Rüping selbst abgeholt und mitge -nommen werden möchte vom und im Theater, baut er auch seine eigenen Inszenierungen offensiv einladend, Teilnahme und Teilhabe offerierend auf.

Und trachtet, im Anschluss an solcherart vergemeinschaftete Einstiegserfahrungen, den ganzen Abend über nach der Entwicklung und Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Schwingens und Wiegens und Wellens, vielleicht einer Art gemeinsamen Sounds. «Viel hat von Morgen an, seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.» Wenn man so will, beschreibt Hölderlin hier in «Friedensfeier» auch diese eher popkulturelle Praxis eines prozessualen und emphatischen, kollektiv entwicklungsfördernden und erkenntnisstiftenden Austauschs, aus dem eine symbiotische, vielleicht sogar unisonistische ...

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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 37
von Matthias Pees

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