Im Herz der europäischen Finsternis
Selten hat in Berlin eine Kuratorin die Gemüter so schnell gespalten wie die Belgierin Frie Leysen. Und das, obwohl ihr Festival «Foreign Affairs» nur einen Monat dauerte und im nächsten Jahr, wenn Leysen für die hochdotierten Wiener Festwochen arbeitet, schon wieder eine andere Handschrift tragen wird.
Für ein einmaliges Zwischenspiel fiel die Reaktion heftig aus: Der«Welt»-Kritiker Matthias Heine warf der «Theaterdomina» vor, ihr Programmheft lese sich «wie ein sowjetisches Propagandapamphlet aus der Zeit des kältesten Krieges»: «Die vorgestellten Produktionen verkünden alle mehr oder weniger den Untergang der westlichen Zivilisation. Und sie suhlen sich in der Überzeugung, dass dieser absolut gerechtfertigt sei – vor allem aufgrund der kolonialen Vergangenheit.» Andere, wie der Berlin-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» und Stadtmagazinredakteur Peter Laudenbach, priesen dagegen die «ziemlich großartige Festivaldirektorin» für ihren «erfrischenden Neubeginn»: «Es fühlte sich an, als hätte jemand das Fenster geöffnet und den Mief des alten West-Berlins mit seinen Anzugträgern samt ihrer saturierten Langeweile, ihrem albernen Distinktionsgespreize (…) weggepustet.»
Keine ...
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Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Festival, Seite 46
von Eva Behrendt
Wer 23 Jahre nach dem Mauerfall immer noch missmutig in west-östlichen Differenzen herumstochert, könnte als Lockerungsübung den Dresdner Theaterabend «Das normale Leben oder Körper und Kampfplatz» buchen. Denn der gemeine Sachse, legt diese dramatische Studie des Dänen Christian Lollike titelkonform nahe, laboriert an ganz ähnlichen Problemen wie seine Kollegen...
2./Sonntag
20.15, arte: Ein russischer Sommer
Spielfilm (2009) von Michael Hoffman, mit Helen Mirren, Christopher
Plummer, Anne-Marie Duff, James McAvoy u.a.
12./Mittwoch
22.25, 3sat: Der Knochenmann
Spielfilm (2009) von Wolf Haas, mit Josef Hader, Birgit Minichmayr,
Josef Bierbichler u.a., Regie Wolfgang Murnberger
13./Donnerstag
0.05, arte: Hotel Spielfilm (2004) von...
The Homecoming: Wie ein Programm klingt der Stücktitel für Luc Bondys erste Inszenierung an seiner neuen künstlerischen Heimstatt, dem Pariser Odéon-Théâtre de l'Europe. Er versichert zwar, es handle sich um die pure Koinzidenz. «Alle interpretieren es jetzt so, aber ich wollte einfach Pinters Stück inszenieren.» Aber das Odéon war zu lang schon sein in aller...
