Im Gestaltwandel
Das aktuelle Plakatmotiv von Radikal jung, ein Schnappschuss der belgischen Fotografin Frieke Janssens, zeigt eine Turnerin, die sich kopfüber und einhändig auf einem Reck balancierend mit dem Finger der anderen Hand die Brille auf der Nase hält, während sie entschlossen etwas zu fixieren scheint. So ähnlich mögen sich die Macher:innen des Festivals Radikal jung in den letzten Jahren auch immer mal gefühlt haben, in ständiger Rotation und im Kampf mit den Schwerkräften der Coronakrise, dabei das Ziel fest vor Augen, dass es doch irgendwann wieder stattfinden muss.
Drei Tage nach der Pressekonferenz Anfang März 2020, bei der Intendant Christian Stückl noch über eine Erkältung scherzte – «ein kleiner Schnupfen, aber nicht Corona» – war der erste Lockdown verhängt worden, am 19. März folgte die Verschiebung der Oberammergauer Passionsspiele auf 2022 und kurz darauf die Absage von Radikal jung. Ein Jahr später im April 2021 dann erneut das Aus für ein fast fertig geplantes Programm. Doch nun gab es beim dritten Anlauf endlich wieder grünes Licht und mit 75 Prozent Auslastung auch ein in diesen Zeiten durchaus passables Zuschauer-Comeback.
Dazu ist Radikal jung, um es vorweg zu sagen, ...
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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Festivals, Seite 20
von Silvia Stammen
Da war wohl noch eine Rechnung offen. Regisseurin Karin Henkel nimmt sich schon zum zweiten Mal Bernhards «Auslöschung» vor, diesmal aber gründlich. Beim ersten Mal, Anfang 2019 im Hamburger Schauspielhaus, war der 600-Seiten-Roman von 1986 noch eingebettet in eine Textcollage mit den Stücken «Vor dem Ruhestand» und «Ritter Dene Voss». Jetzt, nur drei Jahre später...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
5.8. Setaire, Ein Herz aus Schokolade
R. Anja Junski
16.9. Hübner und Nemitz, Die Wahrheiten
R. Volker Schmalöer
AACHEN, THEATER
16.9. Stockmann, Das Imperium des Schönen
R. Moritz Peters
22.9. nach Louis, Die Freiheit einer Frau
R. Tommy Wiesner
24.9. Syha nach Steinbeck, Jenseits von Eden
R. Martin Schulze
ALTENBURG/GERA, TPT
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Eigentlich haben wir mit Corona gerade eine Zeit des ungeheuren Rückzugs ins Private erlebt, mit Seelenschauen im Guten wie im Schlechten, mit Intimität und psychischer Labilität, mit einem Zuwachs an Abschottungswillen und an häuslicher Gewalt. Da passt kaum etwas besser als Ingmar Bergmans 1973 in sechs Teilen ausgestrahlte Fernsehserie «Szenen einer Ehe», ein...
