Im Gänsemarsch zur Kunst
Ein imposantes Empfangskommando hat Thomas Ostermeier für seinen Britplay-Doppelabend «Die Stadt/Der Schnitt» zusammengetrommelt. Zuerst schleust er sein Publikum im Gänsemarsch durch schwarze Gänge, die an die Sicherheitsabsperrungen am Flughafen erinnern. Dann stellt er es zwischen vier Screens des hochdotierten Videokünstlers Julian Rosefeldt, auf denen einsame Menschen durch leere Verwaltungsflure, monochrome Labore und endlose Eislandschaften wandeln.
Eine Tänzerin, eingesperrt in einen Ikosaeder, performt zwischen den Zuschauern das Locked-in-Syndrom, und der Musikperformer Alex Nowitz jongliert auf einem Podest geräuschvoll mit elektromagnetischen Schwingungen.
Während ein Kunstereignis ins andere greift, stellt sich die Frage: wozu? Um das Publikum geheimnistuerisch darauf einzustimmen, dass, wie die Dramaturgie steil behauptet, «der paranoide Reflex auf die Wirklichkeit zum emotionalen Grundton unseres Alltags» geworden ist? Weil in Jan Pappelbaums pompösem Raumkonzept, das die gesamte Bühnenfläche der Schaubühne beansprucht, noch Platz war? Oder weil die beiden Wellmadeplays, die das geteilte Publikum auf zwei verschiedenen Bühnen in Folge sieht, einfach noch zwei, drei ...
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Ja, warum regt sie sich eigentlich so auf? Die nette Lotte aus Remscheid hat offenbar schon ein paar Likörchen intus und hadert sehr aufgekratzt mit sich und ihrem freud- und anschlusslosen kleinen Marokko-Urlaub. Nun sind elf langweilige Tage in Agadir sicher kein reines Vergnügen, aber Weltuntergänge sehen trotzdem anders aus.
Botho Strauß’ monologintensives...
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