Im Dunkel der Dezembernacht
Anfang Dezember fand die bislang größte Theaterdemonstration in Ungarn statt. Drei Repertoiretheater und einige unabhängige Theater riefen zu einer «Demonstration für das freie Theater und die Unabhängigkeit der Künste» auf. Künstler verschiedener Generationen und aus diversen Kunstorganisationen ergriffen das Wort. «Kultur ist ein nationales Gut» wurde zum Motto dieser bewegten Tage.
Der neue Bürgermeister von Budapest, Gergely Karácsony, der kürzlich als Vertreter der Opposition die Kommunalwahlen gewonnen hatte, drückte seine Sorge und Sympathie aus, kündigte den Kampf für die Unabhängigkeit der Theater an und bat – was noch kein Politiker vor ihm getan hatte – die Reichen um Unterstützung der Kultur. Die witzigste und theatralischste Rede hielt der unabhängige Schauspieler und Regisseur Béla Pintér, der im Satireton sagte, dass auch Mitglieder der Regierungspartei Fidesz seine Vorstellungen besuchten, obwohl sie doch die Unabhängigen vernichten wollten. Zur Strafe müssten sie einst in der Hölle mit hervorquellenden Augen die Aufführungen der schlechtesten Theater sehen, die sie jetzt förderten. Unter den Anwesenden waren viele Theatermacher, Politiker und neu gewählte ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: International, Seite 52
von Andrea Tompa
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