«Ich träume nur einmal im Jahr»
Begegnungen mit dem Schauspieler Franz Rogowski. Das erste Mal: 2011 in Salzburg. Wir saßen mit Philipp Hochmair in einem Café abseits des Festspieltrubels und sprachen über den «Faust» von Nicolas Stemann, der in den nächsten Tagen Premiere haben würde. Auf einem Rennrad mit für das Kopfsteinpflaster viel zu dünnen Reifen kam ein junger Mann mit höchst athletischem Körper angesaust. Er hielt zum Gruß und sprach nur wenig.
Der überschwängliche Hochmair stellte den schüchternen «Franz» vor: ein «wunderbarer Tänzer», und dann sah man ihn auf der Bühne als Fausts Sohn Euphorion – entfesselt und introvertiert zugleich, ein Bündel aus Energie und gebändigter Kraft.
Das zweite Mal: Irgendwie, Anfang des Jahres, war man beim Fernsehen in diesen Film gestolpert und kam nicht mehr weg – «Love Steaks» (von Jakob Lass). Da war Franz Rogowski wieder, an der Ostsee in einem Hotel. Er spielte einen Masseur, dessen Arbeitsplatz wackelt, und einen Liebhaber, dessen Mut zur Liebe schwankt. Und er sprach in diesem leisen Ton und mit diesem Drang fast, sich für jedes gesprochene Wort zu entschuldigen. Dialoge so fragmentarisch, wie die Bewegungen der Figur linkisch anmuteten. Da war ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Bernd Noack
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