Die Schönheit der Kritik

Frankfurter Gegensätze: Jürgen Kruse verdüstert Pinter, Falk Richter ästhetisiert «Safe Places»

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Jede Bühnenästhetik ist ein Statement, sie sagt etwas über die Welt. In den Augen des Duos Pinter/Kruse war sie noch nie ein schöner Ort, sie war düster, bedrohlich, abgründig und paranoid. Wenn bei Pinter das Reale ins Surreale kippte, wurde es ungemütlich. Entgegenzusetzen war dem allenfalls das Rockige, dezidiert Ungebundene. Finster blieb es.

Das kleine Duo aus zwei Pinter-Einaktern, das Kruse nun in Frankfurts Kammerspiel inszeniert hat, ist dazu ein kleines Nachspiel.

«One for the road» (früher: «Noch einen letzten») ist das Stück, mit dem Pinter 1984 erstmals offen politisch und – von heute aus gesehen – durchaus prophetisch wurde. In einem Verhör werden Entwürdigung und Vernichtung bis zur Neige ausgelotet. Pinter zeichnet und zelebriert die Lust an der Zerstörung. Ein Nachtrag nur zu seinen größeren Stücken, aber eben doch ein ganzes Weltbild, zumal wenn es im Inneren einer mit Globen ausgeschmückten und von einem Scheinwerfer erhellten düsteren Weltkugel stattfindet, wie in Frankfurts Kam­merspiel.

Oliver Kraushaar als Folterer Nicolas benutzt Pinters Wortspiele, um die Bedrohung zu steigern, verdreht die Sätze Meister-Joda-mäßig und verstärkt die Worte mit seiner ...

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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Peter Michalzik

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