«Ich hab’ eine große Sehnsucht, in Kontakt zu treten»
Es ist ein Kontrast, der sofort aufhorchen lässt. Diese zarte, beinahe ätherische Erscheinung, hellbraune Augen, rotbraune Locken, schön und zerbrechlich, und dann diese tief sonore Stimme mit leichtem österreichischen Timbre.
Wenn man sie zum ersten Mal auf der Bühne erlebt, denkt man einen Moment lang, ist da noch wer, oder ist sie das? Sie ist es! Dieser erste Moment war für mich 2015, Julia Riedlers Auftritt als Portia in «Der Kaufmann von Venedig», inszeniert von Nicolas Stemann und zugleich die Eröffnungspremiere von Matthias Lilienthals Intendanz an den Münchner Kammerspielen.
Schon da fällt sie auf mit ihrem straighten Charisma, und unglaublich viel hat sie seither gespielt, die unterschiedlichsten Regie-Welten erkundet. Nach Stemann kam bald Philippe Quesnes erratische Romantik-Expedition «Caspar Western Friedrich», in Toshiki Okadas erster Münchner Inszenierung hielt sie die berührende «Farewell Speech» einer gerade entlassenen Angestellten, die, anstatt sich über ihr Schicksal zu beklagen, hochempathisch vom zirpenden Todeskampf einer versehentlich von ihr zertretenen Zikade berichtet. Weiter folgten Arbeiten mit Felix Rothenhäusler, David Marton und zuletzt ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Akteure, Seite 18
von Silvia Stammen
Patricia Benecke Wie hat’s bei Ihnen angefangen, was ist Ihre erste Theatererinnerung?
Michael Billington Meine erste wichtige Erinnerung ist, wie meine Eltern mich 1948 zu Shakespeares «Troilus und Cressida» in Stratford-upon-Avon mitgenommen haben. Eine kuriose Entscheidung, denn ich war erst acht Jahre alt und in dem Stück, einer Art zynischer «Ilias», geht es...
Sehr geehrtes, weißes amerikanisches Theater, als Gemeinschaft Schwarzer, indigener und PoC-(BIPOC-)Theatermacher*innen sind wir im Vermächtnis von August Wilsons Rede «The Ground On Which I Stand» zusammengekommen, um euch genau zu sagen, auf welchem Boden wir nach den Bürgerunruhen unserer Nation stehen.
Wir sehen euch. Wir haben euch immer gesehen. Wir haben...
«Das Reich, lang geteilt, ganz geeint; lang geeint, ganz geteilt.»
Die Geschichte der Drei Reiche (ein klassischer chinesischer Roman), von Luo Guanzhong
«Schmerz aus zweiter Hand ist weit besser als aus erster Hand.»
Aus der Zeit fallen, von David Grossman
Figuren:
Der Außenstehende ein junger Mann in den Zwanzigern
Der Mann, der Schmerz mitansieht...
