«Ich glaube an die produktiven Nester»

Frank Baumbauer kommt es inzwischen ganz einfach vor, ein Stadttheater erfolgreich zu leiten. Das ist es vielleicht auch – wenn man weiß, wie es geht: die wichtigsten Berufsgeheimnisse

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Franz Wille Herr Baumbauer, Sie haben sich 2000 in Hamburg nach sieben Jahren vom Deutschen Schauspielhaus verabschiedet, als das Theater auf der Höhe seines Erfolgs war. Danach in München 2001 war der Start nicht einfach; es hat gedauert, bis sich die Kammerspiele in der Außenwahrnehmung und beim Publikum durch­gesetzt haben. Jetzt verabschiedet sich Herr Baum­bauer wieder. Warum hören Sie eigentlich immer auf, wenn’s am schönsten ist?

 

Frank Baumbauer Ich habe Sorge vor der Rou­tine, der man im Erfolg nicht entgehen kann. Ich jedenfalls nicht.

Wenn man keinen Erfolg hat, stellt sich die Frage anders. Ich weiß, wie schnell die Erotik verblassen kann. Man denkt immer noch, man sei der tollste Typ im Lande, und keiner traut sich zu sagen, dass es langsam Zeit wird, aufzuhören. Um dem zuvorzukommen und als Flucht vor der eigenen Befürchtung, höre ich lieber selbst auf. Der Wechsel eines Hauses oder einer Stadt ist einfacher, als im eigenen Haus mit dem ähnlichen Personal etwas Neues zu beginnen. Deshalb haben wir Intendanten auch das Privileg, die Theater und Städte wechseln zu dürfen. Das Problem meines Berufes ist, dass man es zwei Jahre vorher wissen und ankündigen muss. Wenn die ...

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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Interview, Seite 59
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Uraufführungen und deutschsprachige Erstaufführungen

Uraufführungen

A Swetlana Alexijewitsch Vom Ende des roten Menschen (Schauspiel Hannover) ·· Lola Arias Familienbande (Münchner Kammerspiele) ·· Thomas Arzt Grillparz (Schauspielhaus Wien) ·· andcompany&Co. West in Peace – Der letzte Sommer der Indianer (Hebbel am Ufer, Berlin) ·· Auftrag : Lorey Geld (Schauspiel Frankfurt) ·· Jörg Albrecht noch ohne Titel (Theater...

«Das Ordentliche müsst ihr nicht spielen. Das kommt von allein»

10. November 

Leseprobe. Die Schauspieler, die Gosch um sich versammelt hat, haben alle schon mit ihm gearbeitet. Sie sind dabei gut gefahren. Jeder von ihnen weiß um seine Krankheit. Er beginnt mit der Bitte, man möge ihn nicht an den Schultern berühren. Die Metastasen seines Tumors haben sich unter die rechte Schulter geschoben. Angela Schanelec hat das Stück neu...

Und es siegte noch: Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief ist nicht Erster geworden, aber gewonnen hat er auf der ganzen Linie. Kaum ein Künstler hat dieses Jahr im Theater für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie der Regisseur, der seine Krebserkrankung und die damit verbundenen Zweifel, Ängste und Hoffnungen offensiv künstlerisch und in der Öffentlichkeit thematisiert hat. Und keiner wurde in so...