«Ich glaube an die produktiven Nester»
Franz Wille Herr Baumbauer, Sie haben sich 2000 in Hamburg nach sieben Jahren vom Deutschen Schauspielhaus verabschiedet, als das Theater auf der Höhe seines Erfolgs war. Danach in München 2001 war der Start nicht einfach; es hat gedauert, bis sich die Kammerspiele in der Außenwahrnehmung und beim Publikum durchgesetzt haben. Jetzt verabschiedet sich Herr Baumbauer wieder. Warum hören Sie eigentlich immer auf, wenn’s am schönsten ist?
Frank Baumbauer Ich habe Sorge vor der Routine, der man im Erfolg nicht entgehen kann. Ich jedenfalls nicht.
Wenn man keinen Erfolg hat, stellt sich die Frage anders. Ich weiß, wie schnell die Erotik verblassen kann. Man denkt immer noch, man sei der tollste Typ im Lande, und keiner traut sich zu sagen, dass es langsam Zeit wird, aufzuhören. Um dem zuvorzukommen und als Flucht vor der eigenen Befürchtung, höre ich lieber selbst auf. Der Wechsel eines Hauses oder einer Stadt ist einfacher, als im eigenen Haus mit dem ähnlichen Personal etwas Neues zu beginnen. Deshalb haben wir Intendanten auch das Privileg, die Theater und Städte wechseln zu dürfen. Das Problem meines Berufes ist, dass man es zwei Jahre vorher wissen und ankündigen muss. Wenn die ...
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Birgit Minichmayr hat die Kritikerinnen und Kritiker in dieser Saison klar überwältigt: Die mit großer Stimmenmehrheit gewählte Schauspielerin des Jahres dürfte es gewohnt sein, dass Männer vor ihr in Andacht verfallen. Eine Auswahl.
Kathleen Morgeneyer kannte Tschechows «Die Möwe» nicht, bevor sie die Nina in Jürgen Goschs Inszenierung spielte. Jetzt kennt man...
Wie wäre es, könnte man an dieser Stelle nicht nur von Plänen erzählen, sondern wüsste schon, wie das Stück und seine Inszenierung würden? Wäre das wünschenswert? All die kühnen Ideen, Hoffnungen und Projekte blühen doch am buntesten in der Vorstellung. Es ist die Lust am Risiko und, allen Einwänden zum Trotz, der Wunsch, das Theater, die Kunst einmal mehr auf die...
