Himmelfahrt am Tag der Arbeit
Als kehre man in dunkle Vergangenheit zurück. Sauber gefegt der raue Zementboden, düster die Silhouetten der Turbinen und Schwungräder. Nette Sprüche an den Wänden mahnen zur Umsicht im Umgang mit Maschinen: «Denken kannst nur du allein!» Und dann dieser Geruch, so ein Gemisch aus Eisen, Rost und Schmieröl. Hier also geht es um Theater? Theater, Show, ein Event – ein Projekt des Theaters Rudolstadt in der Gasmaschinenzentrale der Maxhütte, Gesamtleitung: Axel Vornam.
Einhundertundfünfzig Jahre Eisen- und Stahlproduktion haben in diesem Schaudenkmal ihre Spuren hinterlassen. 1873 hatte die Eisenwerkgesellschaft Maximilianshütte aus Bayern in dem thüringischen Dörfchen Unterwellenborn den ersten Hochofen errichtet. Fünfzig Jahre später erwirbt ein gewisser Friedrich Flick 48 Prozent des Aktienkapitals. Die Produktion reüssiert, auch «um der kämpfenden Front das erforderliche Rüstungsmaterial zu schaffen». Im April 1945 befreien amerikanische Truppen fast 2.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Der Wiederaufbau geht voran, da war auch die legendäre Aktion junger Leute, die eine 6 km lange Wasserleitung bauten, von der Saale zum Betrieb: «Max braucht Wasser.» Das war in den ...
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In der «Süddeutschen Zeitung» hat Peter Laudenbach gejubelt: In der «maroden» Volksbühne bekäme man, «was man in diesem grauen Bunker zu allerletzt erwartet hätte: eine Inszenierung, die in ihrer großen Leichtigkeit ziemlich gute Laune macht». Und weiter: «Der Plot ist simpel: Vater Ubu, ein vulgärer Dummkopf, ermordet den König von Polen, um selber König zu werden...
Wie soll man ein halbes Jahr nach Jürgen Goschs schwer zu übertreffenden, tieftraurigen, elend komischen, gnadenlos genauen «Onkel Wanja» am Deutschen Theater in Berlin dieses Stück inszenieren? Vielleicht so, wie Andreas Kriegenburg es in Hamburg tut: als ein schwebendes, trübsalfreies Clownsspiel liebevoll beobachteter Menschlein, die tapfer anspielen gegen die...
THSie arbeiten schon länger für Theater, haben zum Beispiel «Othello» übersetzt oder «Lulu» bearbeitet und vor zwei Jahren mit «Schwarze Jungfrauen», einer Art Interview-Montage, ein neues dokumentarisches Format entwickelt. Ähnlich ist «Schattenstimmen» entstanden, worin es nicht um fundamentalistische Muslimas, sondern um illegale Einwanderer geht. Aber in beiden...
