Hell und bloß

Sarah Kane «Gier»

Theater heute - Logo

Im Frankfurter Schauspielhaus ist Wanda Golonka als Hausregisseurin die Spezialistin für ungewöhnliche Raumkonzepte. Mit Vorliebe bespielt die französische Regisseurin und Choreografin auch die nicht-öffentlichen Bereiche des Theaters oder schafft in den gewohnten neue Räume. Auch für ihre neueste Produktion darf sich das Publikum nicht in die Sessel bequemen, sondern wird hinter die Kulissen geschickt.

Zu beiden Seiten werden die Zuschauer im Gänsemarsch eingelassen, vorbei geht es an Kabeln und Monitoren durch die Feuer- und Lärmschutztüren, bis sich plötzlich im Halbdunkel ein hoher, kreisrunder Innenraum öffnet. Es ist erstaunlich, wie sich die karge, weite, eckige Bühne in einen magischen Rundbau verwandelt hat. Nur in Umrissen erkennt man die Dimensionen des Raumes, der, durch mächtige Vorhänge begrenzt, Geheimnisvolles verspricht. 

Zum Auftakt des 15. Festivals der Union des Théâtres de l’Europe (UTE), das dieses Jahr zum ersten Mal in Frankfurt am Main stattfand, hat Golonka Sarah Kanes «Gier» inszeniert. «Gier» ist das letzte Stück Kanes, dessen Uraufführung die Autorin noch selbst erlebte, und man könnte sagen – wenn es nicht zu stark nach Zynismus klänge – ein Spätwerk ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2006
Rubrik: Chronik, Seite 34
von Kristin Becker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Samba

 

Personen:

Torwart

Stürmer

Mannschaft (Chor)

Trommeln, Trompeten, Feuerwehrskörper

 

Auf der Bühne ein Tor in den originalen FIFA-Maßen. Elfmeter. Der STÜRMER wird schießen. Der TORWART lauert. Beide vorne an der Rampe im strömenden Regen. Spieler in Trikots als Chor im Hintergrund. Der Chor der Spieler ist mit Trommeln und Trompeten ausgerüstet. In keinem Fall...

Im Garten der Unlüste

An den ungeputzten Fensterscheiben von Bernarda Albas Haus drücken sich die Kerle aus dem Dorf die Nasen platt. Sie gaffen und lugen, geifern und lungern: Die fünf Mädels im Inneren aber bleiben unerreichbare Objekte ihrer eindeutigen Begierden. Irgendwie sind diese Männer immer präsent: in schwarzen Anzügen als Trauergemeinde, mit blankem Oberkörper als...

Die Liebe in den Zeiten des Quotenfernsehens

Die amerikanische «Luftbrücke» hatte Berlin im Auftrag von Sat.1 gerettet, RTL war für «Die Sturmflut» von Hamburg verantwortlich, das ZDF organisierte die Bombardierung von «Dresden»: Gleich dreimal hintereinander erzielte die Berliner Filmfirma «Teamworx» im letzten Winter mit aufwändig inszenierten Historienstoffen Millionenquoten. Dabei hatten die Autoren...