Handschlag mit Alice Weidel

​​​​​​​Fatima Moumouni, Laurin Buser «Die weiße Madonna von Einsiedeln» (U) am Schauspielhaus Basel

Theater heute - Logo

«Wo kommen wir hin, wenn wir uns immer am Nachbarn orientieren?», fragen sie in Einsiedeln – und haben sich deshalb auch perfekt mit ihrer Bürgerin Alice Weidel arrangiert. Ein bisschen bloß stört man sich hier, dass die mit einer Frau zusammenlebt und diese Frau auch noch dunkelhäutig ist. Aber der Rest? Kein Problem. Deutschland ist weit weg. So weit weg aber dann doch wieder nicht. Denn erstens gab es schon Demonstrationen gegen die Bürgerin Weidel – und man würde jetzt doch wissen, ob deren Leben in Einsiedeln nicht den Ort vielleicht doch ziemlich teuer kommt.

Und außerdem – naja, Anschläge auf Asylbewerber:innenheime gab es auch in der Schweiz, nur mal so als Beispiel. Aber wenn man drüber schweigt, denkt vielleicht keiner dran.

Ein bitterböses Bild zeichnen Fatima Moumouni und Laurin Buser in «Die weiße Madonna» von der Schweiz. Sie hätten, sagt das Duo im Programmzettel, «Bausteine aus der ‹realen› Welt genommen: Beobachtetes und Gehörtes, Statements aus Kommentarspalten und Interviews, eigene Erfahrungen mit der Schweiz».

Real ist die Figur der schwarzen Madonna, die jährlich hunderttausende Pilger:innen aus der ganzen katholischen Welt anzieht. Und der Anschlag eines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Valeria Heintges

Weitere Beiträge
Bang, bang, bang

Manchmal holt das Theater die Wirklichkeit nonchalant ein. Während draußen über Ölund Kerosinkrise diskutiert wird, ragt ein riesiger Flugzeugflügel auf die Studiobühne im Theaterhaus Jena. Mona Louisa-Melinka Hempel, Thato Kämmerer, Jonathan Perleth und Matondo Castlo spielen, springen und tanzen auf dem und um das von Marie Alice Bahra erdachte Flügelszenario...

Eine Geisterbeschwörung

Im Januar stand sie wieder in Bochum auf der Bühne, als Hamlet in Johan Simons’ sieben Jahre alter Shakespeare-Inszenierung: Sandra Hüller ist allgegenwärtig, nicht nur auf deutschen Leinwänden.

Während sie in Cannes im internationalen Wettbewerb als Erika Mann in Pawel Pawlikowskis «Vaterland» gefeiert wurde, lief in deutschen Kinos der Hollywood-Blockbuster «Der...

Anspruchsvoll vermenschelt

Wer wankt am Ende stärker? Die fünf Zombies am Filmset, die endlich mal einen Film über sich aus eigener Perspektive drehen wollen – oder die neun Schauspielverweigerer mit ihren schultütenhaften Kasperlehüten, die zwischen drei Fotowänden hin- und hertaumeln? Die beiden Kollektive, die Toshiki Okada und Herbert Fritsch am Ballhof 1 und im Schauspiel Hannover...